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Asien

Der sechste Mond

Schmerz in Worte zu fassen - darum geht es in dem Gedicht "Der sechste Mond". Ein Gedicht über das Massaker auf dem Tiananmen-Platz in Peking von 1989 - vorgestellt von Deutsche-Welle-Mitarbeiter Shi Ming.

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Am 24. November 2004 wurde der chinesische Journalist und Dichter Shi Tao festgenommen, weil er den Zorn der Kommunistischen Partei erregt hatte. Gegen die Anweisung der KP hatte Shi Tao über eine bevorstehende Gedenkfeier von Dissidenten für die Opfer des Massakers vom 4. Juni 1989 im Zentrum von Peking berichtet.

Buch chinesisch Der sechste Mond von Shi Tao

"Liu Yue" - Der sechste Mond

Hören Sie das Gedicht im Original!








Sein Artikel erschien in einem Journalisten-Blog in den USA. Wie später bekannt wurde, landeten sowohl der Text als auch Shi Taos persönliche Daten über das Internet-Portal "Yahoo!" – bei dem der Autor einen Blog pflegte – und über den Umweg Hongkong bei den chinesischen Sicherheitsbehörden. Am 27. April 2005 wurde Shi Tao kraft des Paragrafen 111 ("illegal Staatsgeheimnisse an Institutionen außerhalb der Grenzen der VR Chinas bereitstellen") zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Shi Tao - ein kritischer Geist

Shi Tao freigelassen

Shi Tao

Shi Tao verfasste neben seiner Arbeit als Journalist auch zahlreiche Gedichte. Sein Gedicht "Liu Yue" ("Juni" oder "Der sechste Mond") beschreibt sein tiefes Mitgefühl für die Opfer des Massakers in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1989. Damals hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee auf Geheiß der KP-Führung das Feuer gegen wehrlose Zivilisten in Peking eröffnet und zahlreiche Menschen getötet. Das Gedicht wurde 2008 für eine sogenannte Poem-Relay des Internationalen PEN-Zentrums ausgewählt. In mehrere Weltsprachen übersetzt begleiteten die Strophen den Fackellauf des Olympischen Feuers – vor der Eröffnung der Olympischen Spiele am 8. August.

Shi Ming ist Mitarbeiter der chinesischen Hörfunk-Redaktion der Deutschen Welle

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