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Sport

Der Schlierinator

Mit 23 Jahren hat der Sieger der Vierschanzentournee Gregor Schlierenzauer fast alles erreicht, was für einen Skispringer möglich ist. Zwei Erfolge stehen aus Sicht des Österreichers aber noch aus.

Gregor Schlierenzauer beim Skispringen (Foto: picture alliance/dpa)

Vierschanzentourneesieger Gregor Schlierenzauer

Er ist Olympiasieger, er ist Weltmeister, er hat den Gesamtweltcup gewonnen und nun zum zweiten Mal die Vierschanzentournee. "Zwei ganz große Ziele habe ich noch in meiner Karriere: Ich will Matti Nykänens 46 Weltcupsiege übertreffen und Einzel-Gold bei Olympia. Das sind zwei ganz große Fische. Aber ich glaube, ich darf mir diese Ziele setzen", sagt Gregor Schlierenzauer.

Das darf er! Denn das Erreichen des ersten Ziels scheint nur eine Frage von Wochen zu sein. Schlierenzauer hat in Bischofshofen den 45. Weltcupsieg seiner Karriere errungen (den ersten im Dezember 2006). Nun fehlt also nur noch einer, um den Rekord von Nykänen einzustellen. Das zweite Ziel, Olympia-Gold, gab es zwar 2010 in Vancouver - aber eben nur im Team. Es gibt Stimmen in Österreich, die sagen, diese Medaille hätte als vierter Mann einer überragenden österreichischen Mannschaft auch jeder x-beliebige Amateur gewonnen.

Viel Kritik

Gregor Schlierenzauer mit freiem Oberkörper (Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com)

Ungewohnt: Gregor Schlierenzauer mal nicht im Skianzug

Mit negativen Kritiken kennt sich Schlierenzauer, der 1,80 Meter große Schlaks aus. Zu Beginn seiner Karriere galt er als schwieriger Fall: arrogant, ein schlechter Verlierer, andere Athleten im Team waren die Medienlieblinge. "Es ist schwierig, wenn du mit 16 erwachsen sein sollst. Wenn du auf einmal der Chef bist in deinem Job und plötzlich von allen Seiten belagert wirst", sagt er heute. Prägend war für ihn der Winter 2006/2007, als binnen weniger Tage das Leben des Teenagers auf den Kopf gestellt und Persönliches wie die Taubheit auf seinem linken Ohr in den Medien ausgeschlachtet wurde.

Seitdem ist der "Schlierinator" zu einem Familienmenschen geworden, seine Eltern und Verwandten geben ihm den nötigen Rückhalt. Vater Paul ist ein ehemaliger Skirennläufer, Onkel Markus Prock fünfmaliger Rodel-Weltmeister. "Von Markus habe ich viel gelernt", sagt der zweimalige Tourneesieger. Während der Tournee erhielt er wie in den Vorjahren die Erlaubnis, in seinem Heimatort Fulpmes im Stubaital zu übernachten.

Stille Momente

Gregor Schlierenzauer vor Fotowand (Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com)

Gregor Schlierenzauer bei der Eröffnung seiner Fotoausstellung "Stille Momente" in Wien

Der Rummel, der seit seinem 16. Lebensjahr um ihn gemacht wird, ist enorm. Vielleicht hat er sich deshalb ein ruhiges Hobby gesucht: das Fotografieren. Derzeit sind 60 Bilder von ihm in einer Ausstellung in Wien zu sehen. Das Thema: "Stille Momente".

Skispringen ist nicht mehr alles im Leben von Schlierenzauer, der am Montag (07.01.2013) seinen 23. Geburtstag feiert. "Ich bin entspannter geworden, nicht mehr so engstirnig und fokussiert auf nur eine Sache", sagt er. Für sein Alter klingt der Tiroler ungewohnt reif, Druck ist ein Fremdwort geworden. "Druck haben nur die, die einer Sache nachlaufen", glaubt Schlierenzauer, der längst die Maßstäbe in seiner Sportart setzt:  "Ich habe fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Das macht es einfacher."

Was er denn machen wolle, wenn er seine beiden noch fehlenden Ziele erreicht habe, wurde er vor der Tournee gefragt. "Dann wechsele ich die Seiten", antwortete Schlierenzauer lachend, ohne ins Detail gehen zu wollen. Nur eines schloss er aus: "Die Nordische Kombination ist für mich momentan nicht reizvoll.

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