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Sport

Der Mann mit dem goldenen Arm

Er ist der erfolgreichste deutsche Leichtathlet: Lars Riedel. Vor einem halben Jahr hat der Olympiasieger und mehrmaliger Weltmeister im Diskuswerfen seine einzigartige Karriere beendet.

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Diskuswerfer Lars Riedel

Der Leichtathlet Lars Riedel stellt seine Autobiografie vor

Der Modell-Athlet mit seiner Autobiografie

1 Meter 99 groß, 110 Kilogramm schwer und eine Armspannweite von 2 Metern und 10: Lars Riedel war ein Vorzeige-Sportler. Unvergesslich das Foto, das ihn als goldgefärbten Modell-Athleten in antiker Werferpose zeigt.


Aufgewachsen in Sachsen, begann Riedel mit dem Leistungssport in der DDR. Nach der Vereinigung Deutschlands wechselte er nach Mainz und wurde in den 90er Jahren zu einer der dominierenden Größen der deutschen Leichtathletik. Der Höhepunkt seiner Karriere: Der Olympiasieg 1996 in Atlanta: Beinahe hätte er sich nicht für den Endkampf qualifiziert und erst im fünften Versuch gelang ihm dann der goldene Wurf. "Der Wettkampf war an Spannung wirklich nicht mehr zu überbieten“, so Riedel nach dem Gewinn der Goldmedaille.

Historischer Wurf


Lars Riedel mit olympischem Gold 1996 in Atlanta

Gold bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta

Kurz nach dem Gewinn der olympischen Goldmedaille gelang ihm der weiteste Wurf seiner Karriere. Mit 71,50 Metern ist er Sechster der ewigen Weltbestenliste. Riedel galt bei seinen Konkurrenten als der "Mann mit dem goldenen Arm". Diesen Ruf unterstrich er bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2001 in Edmonton, wo er zum fünften Mal Weltmeister wurde. Lars Riedel: "Der Titel war für mich sicherlich der schwierigste: In diesem Jahr hatte ich eine Operation gehabt und vorher nur sehr wenige Wettkämpfe bestritten." Mit Verletzungen hatte Lars Riedel während seiner aktiven Zeit als Diskuswerfer immer wieder zu kämpfen. Deshalb forderte er vom Staat eine Rente für Leistungssportler. Denn die Athleten würden sich, so Riedel, für ihr Land auf der Jagd nach Medaillen ihre Gesundheit ruinieren.

Humaneres Kontrollsystem

Der frühere Diskuswerfer Lars Riedel und seine Freundin Katja Gruber

Mittlerweile hat Lars Riedel mehr Zeit für Privates

Als einer von wenigen Athleten hat sich Lars Riedel auch oft kritisch über die Rolle von Funktionären, Medien und Sponsoren im Sport geäußert. Auch zum Thema Doping hatte der Diskuswerfer, der nie positiv gestestet wurde, seine eigene Meinung: zum einen beklagte er sich über die laschen Dopingkontrollen besonders in osteuropäischen Ländern, zum anderen beschwerte er sich über das Vorgehen der Kontrolleure. "Sich beim Urinieren zuschauen lassen zu müssen, verstößt gegen die Menschenwürde“, meint Lars Riedel und: "Ich wünsche mir, dass künftig ein humaneres Kontrollsystem gefunden wird, in dem vielleicht über Haarproben Doping nachgewiesen werden kann.“

Sein letztes Ziel in seiner Sportler-Karriere war es, zum fünften Mal in Folge bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Doch sein Traum, 2008 in Peking dabei zu sein, zerplatzte. Seine Bandscheiben waren so lädiert, dass nichts mehr ging. "Ich bin immer wieder an diesen Punkt gekommen, den ich nicht mehr überschreiten konnte - den ich aber überschreiten hätte müssen, um vorne mit dabei zu sein.“

Freude teilen

Am 1. Juli 2008 zog Lars Riedel die Konsequenz: Er beendete sein Karriere als aktiver Sportler. Aber er blickt gerne zurück, denn es habe viel spannende und schöne Momente gegeben, die nicht nur ihm Freude bereitet hätten. "Das Schönste ist, wenn die Menschen auf dich zu kommen und dir sagen, was deine Leistungen für sie bedeuten“, erklärt Lars Riedel und sagt weiter: "Daran merkst du, dass du nicht nur für dich selber die Erfolge errungen hast.“

Autor: Sarah Faupel
Redaktion: Wolfgang van Kann

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