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Politik

Der lange Weg zum Frieden am Horn von Afrika

Am Horn von Afrika beginnt die Nachbereitung des bewaffneten Konflikts zwischen Regierung und Islamisten. Eine afrikanische Friedenstruppe sowie die Entwaffnung der Warlords sollen die Ruhe stabilisieren.

Ein Soldat sitzt am MG

Nach der Vertreibung der Islamisten sollen die Waffen ruhen

Der bewaffnete Konflikt in Somalia scheint zumindest zeitweise beendet. Nach der Einnahme der letzten Islamistenhochburg, der Hafenstadt Kismayo, kontrollieren die Regierungstruppen und ihre äthiopischen Verbündeten alle ehemaligen Stellungen der Aufständischen im Zentrum und im Süden des Landes. Nun sollten Recht und Ordnung in diesen Landesteilen wieder hergestellt werden, sagte Informationsminister Ali Jama am Dienstag. Unterdessen haben die Regierungstruppen die Verfolgung von 3000 fliehenden Islamisten aufgenommen.

Die geschlagenen Milizionäre werden in einem zerklüfteten Landstrich nahe der Grenze zu Kenia vermutet. Das Nachbarland von Somalia schloss sämtliche Grenzübergänge, um ein Eindringen der islamistischen Kämpfer zu verhindern. Die kenianische Polizei nahm nach eigenen Angaben bereits elf Männer fest, die an der Seite der Islamisten in Somalia gekämpft haben sollen. Die somalische Übergangsregierung hatte Kenia am Sonntag aufgefordert, die Grenzen zu schließen, damit die Islamisten nicht fliehen können.

Geopolitische Interessen

Das Horn von Afrika, Landkarte

Anti-Terror-Kriegsschauplatz Somalia

Unter den Fliehenden sollen sich auch drei mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder befinden, die wegen der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 gesucht werden. Die amerikanische Marine patrouillierte deshalb an der langen Küste Somalias, um eine Flucht der Verdächtigen auf dem Seeweg zu verhindern.

Eritrea warf den Vereinigten Staaten Kriegstreiberei vor. "Dies ist ein Krieg zwischen den USA und dem somalischen Volk", sagte Eritreas Informationsminister Ali Abdu am Montag. "Es stehen die geopolitischen Interessen der Supermächte gegen die Wahl der Somalier."

Es wird vermutet, dass die Vereinigten Staaten Äthiopien militärisch beraten haben. Äthiopische Soldaten hatten in den vergangenen Wochen Somalias schwache Übergangsregierung dabei unterstützt, die Islamisten aus dem mehrheitlich muslimischen Land zu vertreiben. So beteiligten sich äthiopische Panzer und Kampfflugzeuge an der Offensive auf Kismayo. Die USA wiederum haben Eritrea vorgeworfen, die Aufständischen mit Waffen und Personal zu versorgen. Eritrea weist diese Vorwürfe zurück.

Waffen raus, Soldaten rein

Somalia in distress

Der Aufbau kann beginnen - oder der Guerilla-Krieg

Regionale Diplomaten bemühen sich um die baldige Stationierung einer afrikanischen Friedenstruppe in Somalia. Damit soll die Präsenz äthiopischer Truppen beendet werden. Uganda erklärte sich bereit, umgehend 1000 Soldaten für die Friedenstruppe abzustellen, wie der somalische Regierungssprecher Abdirahman Dinari mitteilte. Auch Nigeria habe Truppen versprochen.

Nach der Vertreibung der Islamisten gibt es Hoffnung auf ein Ende des Krieges am Horn von Afrika und eine Rückkehr zu einer echten Zentralregierung in dem seit 15 Jahren zerrissenen Land. Somalias Ministerpräsident Ali Mohamed Gedi kündigte an, dass auch die Warlords entwaffnet werden sollten. Alle Somalier müssten bis Freitag ihre Waffen abgeben. Die Warlords hatten nach dem Sturz des Diktators Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie verbreitet, unter den Islamisten jedoch an Einfluss verloren. Die Islamisten drohen nun mit einem Guerilla-Krieg nach irakischem Vorbild. (ask)

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