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Welt

Der Grabenkampf der Kandidaten

Nun hat sie also doch stattgefunden, die erste Fernsehdebatte zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten, dem Republikaner John McCain und dem Demokraten Barack Obama. Einen klaren Sieger gab es nicht.

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John McCain und Barack Obama in Oxford, Mississippi

Die Außen- und Sicherheitspolitik sollte eigentlich der Schwerpunkt dieser ersten Präsidentschaftsdebatte sein. Aber wie erwartet ging es im ersten Drittel des Duells um das Thema, das im Moment die Nation und die Welt bewegt: Die Wirtschaftskrise. Dabei wurde Barack Obama zunächst konkret, als er verkündete, dass das Rettungspaket für die amerikanische Wirtschaft zügig aber überlegt verabschiedet werden müsse. Es gelte, die Steuerzahler zu schützen, wenn die Regierung mit 700 Milliarden Dollar faule Kredite aufkaufen will. Etwa dadurch, dass der Prozess überwacht werde.

Doch dann verloren sich beide Kontrahenten in einer Diskussion um Details, die zwar mit der Wirtschaft, aber nicht mir der derzeitigen Krise zu tun haben: Obama wiederholte seine Absicht, für den Großteil der Bevölkerung die Steuern zu senken, McCain setzte eine strikte Ausgabenreduzierung dagegen.

Bekannte Ansichten

Bei der Debatte um die Außen- und Sicherheitspolitik wiederholten beide Senatoren im Wesentlichen ihre bereits bekannten Ansichten. John McCain wies immer wieder auf seine jahrzehntelange Erfahrung hin. Er warf Obama mehrmals Ahnungslosigkeit vor, auch beim Thema Irak: "Wenn wir im Irak versagen, würde das die Terrororganisation El Kaida stärken."

Republican presidential candidate Sen. John McCain, R-Ariz., left, shakes hands with Democratic presidential candidate Sen. Barack Obama prior to the start of the presidential debate, Friday, Sept. 26, 2008, at the University of Mississippi in Oxford, Miss.. (AP Photo/Charles Dharapak)

Hand-Shake zur Begrüßung: keiner der beiden Kandidaten war klar überlegen

Beim Thema Iran stritten sich die beiden darum, ob direkte Gespräche mit der iranischen Regierung sinnvoll wären, wie Obama sie vorschlägt. Nach McCains Ansicht würden solche Gespräche dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad zu viel Legitimität verleihen. Ein Iran, das Atomwaffen besitzt, so McCain, wäre nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern würde in der Region zu einem atomaren Wettrüsten führen. Seine Strategie ist eine andere: Eine Allianz der Demokratien, die wirkungsvolle Sanktionen durchsetzen könne. Dieser Allianz sollten nicht die Russen, dafür aber unter anderem die Franzosen, die Briten und die Deutschen angehören, sagte McCain.

Barack Obama meinte dagegen, man müsse bei Auseinandersetzungen wie etwa mit dem Iran Russen und Chinesen mit einbeziehen. Angesichts der Geschehnisse in Georgien sei er allerdings auch dafür, dass die Politik gegenüber Russland überdacht werden müsse. Ein aggressives Russland sei eine Bedrohung für die Region. Russlands Einmarsch in Georgien könne nicht akzeptiert werden. Man müsse den Russen klarmachen, so Obama, dass sie sich nicht wie eine Diktatur aus dem 20. Jahrhundert verhalten könnten, wenn sie eine Großmacht im 21. Jahrhundert sein wollten.

Nächste Runde am 7. Oktober

Nach dem Duell zeigten sich beide Seiten zufrieden. Aus dem Team des Demokraten Obama hieß es, dieser haben die außenpolitische Debatte dominiert, die eigentlich John McCains Stärke sei. Dessen Beraten wiederum wiesen darauf hin, dass Barack Obama seinem Kontrahenten mehrmals zugestimmt habe. Das zeige, wer die größere Erfahrung habe.

Nach Ansicht der Beobachter gab es keinen klaren Sieger der Diskussion in der Universität von Mississippi in Oxford. Wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens der beiden Kandidaten in denUmfragen wird den insgesamt drei Fernsehauftritten große Bedeutung für den Wahlausgang am 4. November beigemessen. Die nächsten Debatten finden am 7. Oktober in der Belmont Universität in Nashville (Tennessee) und am 15. Oktober an der Hofstra Universität in Hempsted (New York) statt.

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