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Wirtschaft

Der Euro wittert Morgenluft

Zum ersten Mal seit knapp drei Jahren lässt die europäische Gemeinschaftswährung die Muskeln spielen. Der schwache Dollar machts möglich.

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Der Euro strahlt in neuem Glanz

Der Euro steigt und steigt, denn langsam aber sicher hat es sich auch an den Devisenmärkten herumgesprochen, dass der Aufschwung in den USA bei weitem nicht so schnell und dynamisch kommen wird wie erhofft. Und je genauer die Devisenhändler rund um den Globus auf die US-Wirtschaftsdaten schauen, desto stärker fallen ihnen die US-Risiken ins Auge: Wachsende Defizite in Leistungsbilanz und Staatshaushalt, sowie die gigantische Verschuldung der privaten Haushalte und Unternehmen in den USA.

Gefahr für den deutschen Export?

Schon treten die Warner auf den Plan, die um die Konkurrenzfähigkeit der europäischen und besonders der deutschen Exporte fürchten. Bereits im Sommer hatte Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), gewarnt: "Alles, was nennenswert über eins zu eins liegt, ist eine Bedrohung". Doch für Devisen-Strategin Alexandra Bechtel von der Commerzbank wird es erst bei Kursen ab 1,15 schmerzhaft für die deutsche Wirtschaft: "Es kommt viel mehr darauf an, wie schnell der Euro-Kurs steigt. Je schneller das geschieht, desto schwieriger wird es für die Unternehmen, sich darauf einzustellen."

Seit mehr als einem Jahr hatten Devisen-Experten immer wieder die Parität der europäischen Gemeinschaftswährung zum Dollar vorausgesagt. Jetzt ist sie da und wird uns nach Auffassung der meisten Marktteilnehmer auch auf längere Zeit erhalten bleiben.

Liebe zum Dollar lässt nach

Zu den Unsicherheitsfaktoren Terror und Irak-Konflikt kommt die Erwartung des Marktes, dass sich der neue US-Finanzminister John Snow von der "Politik des starken Dollar" verabschieden wird. "Ich glaube, diese Spekulation ist begründet", meint Alexandra Bechtel: "Zwar wird es auch für Snow unmöglich sein, offiziell einen weicheren Dollar zu fordern. Doch stillschweigend wird er von der Politik des starken Dollar abrücken." Damit schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe: US-Exporte werden auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger, das weitere Ausufern des Leistungsbilanz-Defizits wird eingedämmt.

Doch die US-Finanzpolitik ist auch hier in einer Zwickmühle: Das Land ist wegen seines hohen Außenhandelsdefizits immer noch stark angewiesen auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland, vor allem aus West-Europa und Japan. Und die werden nur durch einen starken Dollar begünstigt.

So spricht alles dafür, dass die Dollar-Schwäche von den Amerikanern weiter billigend in Kauf genommen wird, doch nur solange die Kursbewegungen zum Euro im Rahmen bleiben. Deshalb bleibt auch die Commerzbankerin Alexandra Bechtel auf dem Teppich, was die Kursentwicklung angeht:" Wir rechnen zum Jahresende 2003 mit Eurokursen um die 1,04 US-Dollar.

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