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Wirtschaft

Der Euro bringt Bosnier zum Sparen

Seit einem halben Jahr ersetzt der Euro bereits die D-Mark. Dieser Wechsel brachte auch Vorteile für Bosnien und Herzegowina, wo die Landeswährung früher an die D-Mark gekoppelt war.

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Die Einführung des Euros hat sich auch für Bosnien gelohnt

Sechs Monate nach der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung Euro, zeigen sich in Bosnien und Herzegowina vier deutliche Auswirkungen des Euro auf die lokalen Geldströme: Die Geldmenge der Landeswährung Konvertible Mark (KM) hat insgesamt zugenommen, ebenso wie die Sparguthaben in KM, jene in Fremdwährungen und auch die Devisenreserven der Zentralbank.

Die Geldmenge der KM nahm in den letzten sechs Monaten um zehn Prozent zu, da das Ende der D-Mark ihre Funktion als einzige legale Währung in Bosnien und Herzegowina, gestärkt hat. Zwar kann man auch Euro-Bargeld auf den Märkten Bosniens finden, aber nicht in demselben Maß wie zuvor die D-Mark parallel zur KM genutzt wurde. Ljubisa Vladusic, der stellvertretende Zentralbankgouverneur, erklärt: "Das zeigt, dass die KM, also die Landeswährung, den größten Teil des Raumes eingenommen hat, den bis zum Ende des letzten Jahres die D-Mark innehatte."

Vertrauen wächst

Das Anwachsen der Sparguthaben in KM während des gleichen Zeitraums zeigt, dass mit der Einführung des Euro viele Bürger ihre Bar-Guthaben, die sie bislang zu Hause in Matratzen oder privaten Tresoren aufbewahrten, auf die Bank gebracht haben: "Die Sparguthaben haben sich seit Ende 2001 um 62 Prozent erhöht. Auf diese Weise zeigen die Bürger, dass ihr Vertrauen sowohl in kommerzielle Banken, als auch in die Landeswährung zugenommen hat."

Aber auch Sparguthaben in Fremdwährungen sind seitdem deutlich gewachsen, sagt Vladusic: "Außerhalb des Euro sind dies vor allem Guthaben in US-Dollar, etwas in Schweizer Franken und Pfund Sterling. Aber die wichtigsten Fremdwährungsguthaben lauten jetzt auf Euro und sind um 60 Prozent angewachsen."

Devisen gewachsen

Ähnliche Effekte zeigen sich auch bei den Devisenreserven der Zentralbank, berichtet Vladusic: "Ich muss sagen, dass die Devisenreserven der Zentralbank von Bosnien und Herzegowina wesentlich stärker gewachsen sind, als wir erwartet haben. Im Vergleich zum letzten Jahr, beziehungsweise zu der Zeit als der Umtausch begann, haben sie sich um 48 Prozent vergrößert. Jetzt sind etwa Devisen im Wert von 2,4 Milliarden KM eingelagert."

Der Umtausch von anderen Valuta in Euro in Ländern, die nicht Mitglied der Währungsunion und der EU sind, war für die Banken dieses Landes eine große Herausforderung. Der Verwaltungsdirektor der Raiffeisenbank in Sarajevo, Ognjen Samardzic, erinnert sich: "Unsere Experten erwarteten, dass der Andrang auf unsere Bankschalter in dem Moment sinken würde, wo wir jeden Kundenwunsch nach Umtausch von Geld erfüllen. Dies hat sich als wahr herausgestellt. Es hat sich auch gezeigt, dass die Bürger Vertrauen vor allem in die ausländischen Banken haben."

Die Periode nach dem Umtausch, also nach dem 28. Februar diesen Jahres zeigt, dass der Trend stabil ist. Es gibt keine große Geldflucht aus Bosnien und zahlreiche Euro-Scheine und -Münzen werden an den Geldwechselstuben und Bankschaltern für alltägliche Zahlungsgeschäfte nachgefragt.