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USA

Demonstration gegen Rassismus in Boston ohne Zwischenfälle

Eine Woche nach der Eskalation der Gewalt in der Stadt Charlottesville haben in Boston Zehntausende gegen den grassierenden Rassismus in den USA protestiert. Von einem Gerangel und 27 Festnahmen abgesehen blieb es ruhig.

"Black Lives Matters" stand auf den Transparenten - das Leben der Schwarzen zählt genauso. Oder: "Resist Trumps Racism" - Widerstand gegen den Rassismus Trumps. Mehrere zehntausend Menschen sind in Boston gegen Rassismus und den Hass in den USA auf die Straße gegangen. Ihre Aktion richtete sich zugleich gegen eine - deutlich kleinere - Kundgebung für freie Meinungsäußerung, die zur selben Zeit in einem Park der Stadt abgehalten wurde. Die Demonstranten hielten dies für eine getarnte Veranstaltung zur Förderung rechtsextremer Standpunkte, was die Organisatoren aber bestritten.

Die Lager strikt getrennt

Die Kundgebungen wurden von einem starken Polizeiaufgebot begleitet, nachdem es in Charlottesville im Bundesstaat Virginia vor einer Woche bei einer Veranstaltung ultrarechter Gruppen Zusammenstöße mit Gegendemonstranten gegeben hatte. Eine Frau starb, als ein mutmaßlich Rechtsradikaler sein Auto in die Menge steuerte. In Boston gelang es der Polizei aber, beide Lager voneinander getrennt zu halten: Nur an einem Punkt musste eine Kette von Polizisten Gegendemonstranten zurückdrängen. Die Behörden teilten mit, es habe 27 Festnahmen gegeben.

Boston Polizei Gegendemonstranten Free Speech Rally (Reuters/S. Keith)

An einer Stelle musste die Polizei eingreifen

Insgesamt war die Polizei mit 500 Beamten präsent - eine Neuauflage der Gewalt wie zuvor in Virginia sollte auf jeden Fall verhindert werden. Präsident Donald Trump lobte auf Twitter die Arbeit der Sicherheitskräfte: "Great job".

Im Laufe des Tages waren weitere Kundgebungen in Dallas und Houston geplant.

Die umstrittene Kundgebung für freie Meinungsäußerung war schon vor den Vorfällen in Charlottesville geplant gewesen, auch haben sich die Organisatoren von der dortigen Gewalt distanziert. Aber nach Medienberichten standen auf der Rednerliste mehrere Menschen, die mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden. Zudem wurde befürchtet, dass sich zahlreiche Ultrarechte an der Veranstaltung beteiligen könnten.

Ein bedrohtes Recht?

Demonstrationen in Boston Gedenken Heather Heyer (picture-alliance/AP/M. Dwyer)

Erinnerung in Boston an Heather Heyer - die Frau, die in Charlottesville getötet wurde

Die Veranstalter selber - eine Gruppe namens "Boston Free Speech Coalition" - beschreiben sich als "eine Koalition von Libertären, Progressiven, Konservativen und Unabhängigen". Ziel sei es, einen "friedlichen und offenen Dialog über die Bedeutung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und die Bedrohung dieses Rechts" zu führen. Nach den Vorgängen in Charlottesville und den unterschiedlichen Reaktionen des Präsidenten darauf konnte man hingegen den Eindruck gewinnen, andere Grundrechte in den USA seien deutlich mehr in Gefahr.

ml/qu (dpa,rtr,ape)