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Wirtschaft

Delta und Northwest melden Insolvenz an

Der ständig steigende Ölpreis und hohe Sicherheitsaufwendungen belasten die amerikanischen Fluggesellschaften. Fast die Hälfte von ihnen steckt in Insolvenzverfahren. Jetzt trifft es auch Delta und Northwest.

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Trotz Insolvenzverfahren: Die Maschinen sollen weiterfliegen

Delta Air Lines, die drittgrößte US-Fluggesellschaft und Northwest Airlines, die viertgrößte Fluggesellschaft der USA, haben am Mittwochabend (14.9.2005) Insolvenzanträge gestellt. Sie werden während der Insolvenzverfahren weiter fliegen, versicherten beide Airlines. Sie begründeten den Gang zum Insolvenzrichter jeweils mit den drastisch gestiegenen Flugbenzinpreisen und nicht wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen. Dadurch konnten sie mit Billigfluglinien wie Southwest und JetBlue nicht mehr mithalten. Die Billig-Airlines haben inzwischen ein Drittel des gesamten amerikanischen Flugverkehrs an sich gerissen.

Vier von sieben im Insolvenzverfahren

Delta und Northwest beantragten ihre Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des US-Insolvenzrechts. Dies erlaubt es US-Unternehmen, unter gerichtlicher Aufsicht weiter zu operieren und eine Sanierung zu versuchen.

Damit befinden sich jetzt insgesamt vier der sieben größten amerikanischen Fluggesellschaften beim Insolvenzrichter. 47 Prozent der Kapazität der großen Fluggesellschaften arbeiteten nun unter den Bedingungen des Kapitel elf des US-Konkursrechts, sagte der Präsident der Luftverkehrsvereinigung, John May, dem Senats-Unterausschuss für Luftfahrt. Die Fluggesellschaft bäten um die Aussetzung einer Bundessteuer auf Flugbenzin für ein Jahr, sagte May. Diese Maßnahme würde ihre Kosten um 600 Millionen Dollar senken. Das reiche zwar nicht, um die Verluste von neun bis zehn Milliarden Dollar auszugleichen, sei aber ein kleiner und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sagte der Präsident der Luftverkehrsvereinigung.

Die United Airlines und die US Airways, die Nummer zwei und die sechstgrößte amerikanische Fluggesellschaft, fliegen schon seit geraumer Zeit unter Aufsicht von Insolvenzgerichten. Die dramatische Talfahrt der großen traditionellen und mehrerer kleinerer US-Airlines hatte sich seit den Terrorattacken vom 11. September 2001 beschleunigt.

Stellenabbau und Lohnkürzungen

Konzernchef Gerald Grinstein betonte, Delta werde während der gesamten Reorganisation seine normalen Operationen weiter betreiben. Der Delta-Verwaltungsrat hatte entschieden, dass das Insolvenzverfahren im langfristigen Interesse der Gesellschaft, der Mitarbeiter, Kunden, Gläubiger und der Geschäftspartner sei. Die Aktionäre gehen allerdings in der Regel bei Insolvenzverfahren völlig leer aus. Die Delta-Mitarbeiter müssen mit weiterem massiven Stellenabbau sowie hohen Lohn- und anderen Tarifkürzungen rechnen.

Delta Air Lines in Atlanta

Delta setzt auf ein neues Streckennetz

Delta will seine Flotte und das Streckennetz ändern. Das Unternehmen will statt sieben nur noch vier Flugzeugtypen verwenden. Es sollen auf vielen Strecken kleinere Maschinen eingesetzt werden, die dem Fluggast-Aufkommen besser gerecht werden. Delta wolle seine internationalen Kapazitäten hingegen ausbauen.

Änderung des Betriebsrentensystems

Northwest Airlines in Detroit Pleite

Kostensenkung auch bei Northwest

Die Northwest Airlines Corporation mit Sitz in Eagan (Minnesota) hat für sich selbst und einige Tochterfirmen den Insolvenzantrag gestellt. "Northwest muss seine Kosten erheblich senken, um mit anderen Airlines konkurrieren zu können", begründete Unternehmenschef Doug Steenland den drastischen Schritt.

Auch er führte die stark gestiegenen Flugbenzinpreise an. Northwest rechne für dieses Jahr mit Treibstoffkosten von 3,3 Milliarden Dollar gegenüber 2,2 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr 2004. Die Entscheidung habe nichts mit dem Streik der Northwest-Mechaniker zu tun. Northwest strebt neben niedrigeren Tarifkosten auch eine Änderung des kostspieligen Betriebsrentensystems an. Das Unternehmen hat selbst noch liquide Mittel von 1,5 Milliarden Dollar in der Kasse. (chr)

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