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Wirtschaft

Lufthansa macht Geschichte

Zuletzt sorgte die Fluglinie mit der Übernahme des Schweizer Konkurrenten Swiss für Schlagzeilen. Doch die Deutsche Lufthansa hat in 50 Jahren schon öfter von sich reden gemacht.

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Reisen mit Stil: Lufthansa-Stewardessen 1955

1. April 1955, Flugplatz München-Riem. Kurz vor acht Uhr morgens rollt eine silbergraue Lufthansa-Maschine vom Typ "Convair 340" in die Startposition. An Bord 17 Passagiere, ihr Ziel Frankfurt, Köln oder Hamburg. 317 Mark haben sie für das Ticket bezahlt, vier Stunden und 20 Minuten wird die historische Reise dauern. Auf den Zwischenstationen gibt es Ansprachen und Empfänge.

Mit königlicher Erlaubnis

Es war die Wiedergeburt einer Airline - dank einer Sondergenehmigung der britischen Königin und unter britischer Lufthoheit. Da fand zwar in Deutschland längst wieder ziviler Luftverkehr statt, aber befördert wurden die Passagiere von Maschinen der Air France, der SAS oder der KLM. Und nun schlug wieder die Stunde der Lufthansa. Doch die Anfänge waren bescheiden. Die Fliegerei war in den 1950er-Jahren etwas für Gutbetuchte und Geschäftsleute.

Im Zweiten Weltkrieg der Luftwaffe unterstellt

50 Jahre Lufthansa, Logo aus den 30er Jahren

Luft-Hansa-Logo auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof im Jahr 1926

Gegründet worden war die Deutsche Lufthansa bereits im Jahr 1926. Sie entstand aus dem Zusammenschluss des Deutschen Aero Lloyd mit dem Junkers Luftverkehr. Das Unternehmen wuchs rasant, 1934 wurde der millionste Fluggast begrüßt. Es folgten Verbindungen nach New York und Tokio. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Lufthansa faktisch der Luftwaffe unterstellt. Zum Kriegsende 1945 liquidierten die Alliierten das Unternehmen, der Luftverkehr wurde verboten.

Zehn Jahre später dann der Neustart: Am 1. April 1955 nahm die neu gegründete Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft den regulären Flugbetrieb wieder auf. Mit Maschinen, die heute keinen Sicherheitscheck mehr durchstehen würden. Werner Bittner, einer der Piloten der ersten Stunde, erinnert sich: "Ich flog damals als junger Kapitän auf einer DC 3. Diese Maschinen hatten wir von den Franzosen gekauft und wussten gar nicht, dass die vorher in Indochina eingesetzt gewesen waren. Die Flugzeuge hatten Einschüsse gehabt, die ausgebessert worden waren."

Erste europäische Airline mit Langstrecken-Jumbo

Doch schon bald wurde eine neue Ära eingeläutet, das Zeitalter der Düsenflugzeuge begann. Am 2. März 1960 landete die erste Boeing 707 in Hamburg. Wieder zehn Jahre später eroberte dann der Jumbo die Lüfte. Am 26. April 1970 nahm die Lufthansa als erste europäische Fluglinie den Langstreckendienst mit der Boeing 747, dem so genannten Jumbo-Jet, auf.

Lufthansa

Der Kranich auf der Heckflosse

An die erste Landung in Frankfurt am Main erinnert sich Flugkapitän Josef Förster: "Bei der Landung hatten wir erst gesehen, was wirklich los war. Als wir gelandet waren, konnte die Polizei die Menschenmenge nicht mehr halten, die sind quer über den Flughafen gerannt zu der Halle, dort war nichts mehr zu machen."

Bis hinein in die 1990er-Jahre flog die Linie mit dem gelben Kranich am Höhenruder als Staatsunternehmen. 1997 wurde die Privatisierung des schwer angeschlagenen Unternehmens abgeschlossen, es folgte der Gang an die Börse.

Zurück in der Gewinnzone

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geriet die Airline wie viele andere in eine tiefe Krise, die von der SARS-Epidemie in Asien noch verschärft wurde. Mit einem strikten Sparprogramm führte der neuen Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen - so dass sich die Bilanz im 50. Jahr der Wiedergründung sehen lassen kann: "Lufthansa ist gewachsen und dabei attraktiver geworden. Nach dem Krisenjahr 2003 haben wir uns erfolgreich in der Gewinnzone zurückgemeldet."

Heute ist die Deutsche Lufthansa eine der größten Fluggesellschaften der Welt. 2004 beförderte sie erstmals mehr als 50 Millionen Passagiere. Zur Flotte der Lufthansa und ihrer Regionalpartner gehören rund 400 Jets, die weltweit 450 Städte verbinden. Mehr als 90.000 Menschen sind bei der Lufthansa beschäftigt, zwei Drittel davon in Deutschland.

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