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Sport

DEB-Auswahl scheitert an Russland

Die deutsche Nationalmannschaft verpasst die Sensation und verliert im WM-Viertelfinale gegen die Eishockey-Übermacht Russland. Allerdings gelingt es den Deutschen, den Favoriten vor eigenem Publikum zu ärgern.

Erst die russischen Gastgeber und Top-Favoriten auf den Titel haben die Erfolgsserie des deutschen Eishockey-Nationalteams im WM-Viertelfinale gestoppt. Auch eine erneut starke deutsche Leistung, sogar eine Führung gegen den Rekord-Weltmeister Russland reichte beim 1:4 (1:0, 0:3, 0:1) nicht zur Sensation für das DEB-Team. Mit WM-Platz sieben wurde das Minimalziel des Teams von Bundestrainer Marco Sturm trotzdem klar übertroffen. Besser war die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zuletzt beim Heim-Turnier 2010. Damals hatte Deutschland das Halbfinale ebenfalls gegen Russland mit 1:2 verloren und Rang vier belegt.

Diesmal hatte das DEB-Team den WM-Gastgeber um Ausnahmekönner Alexander Owetschkin vor rund 12.000 Zuschauern in Moskau 30 Minuten lang am Rande einer Niederlage. Gegen das Star-Ensemble genügte aber auch die Führung durch Torjäger Patrick Reimer (5. Minute) und ein überragendes Spiel von NHL-Torhüter Thomas Greiss nicht. Wadim Schipatschow (21./35.), Jewgeni Dadonow (28.) und Owetschkin (43.) drehten das Spiel zugunsten des Favoriten, der erstmals seit 30 Jahren wieder vor eigenem Publikum Weltmeister werden will. Am Samstag muss die "Sbornaja" im Halbfinale zunächst gegen Finnland ran.

"Die ganze Nation ist eigentlich gegen dich. Das wird nicht einfach", hatte Bundestrainer Sturm, der das deutsche Team bei seiner WM-Premiere sogleich ins erste Viertelfinale seit 2011 führte, noch vor dem Spiel gegen den Gastgeber bei Sport1 gesagt. Dies bekam die DEB-Auswahl erst nach einem grandiosen ersten Drittel zu spüren, in dem sie die Russen mit der Führung gehörig gereizt hatte. Nach dem überstandenen Anfangsdruck Russlands brachte Nürnbergs Reimer die Zuschauer mit seinem vierten Turnier-Treffer zunächst zum Schweigen.

Russland Eishockey-WM Russland vs. Deutschland, Jubel deutsche Spieler (Foto: REUTERS/Grigory Dukor Copyright: Reuters/G. Dukor)

Da sah es noch gut aus: Nach fünf Minuten brachte Patrick Reimer die Deutschen in Front und die Halle zum Schwiegen

Russland wirkte geschockt und reagierte nervös. Frech im Angriff, kompromisslos in der Defensive und mit einem erneut überragenden Torhüter Greiss von den New York Islanders setzte das ersatzgeschwächte Sturm-Team die starken Leistungen aus der Vorrunde fort. Russland reagierte mit einem bärenstarken Mittelabschnitt und teils sensationellen Spielzügen. Greiss hielt, was er konnte, war aber dreimal machtlos.

DEB-Coach Sturm: "Überragendes Turnier"

Im Schlussdrittel gelang Owetschkin, der neben Kanadas Sidney Crosby als bester Eishockey-Spieler der Welt gilt, sein erster WM-Treffer. Spätestens jetzt war die Sensation für die Deutschen außer Reichweite. Deutschlands NHL-Rekordspieler Sturm, der trotz seiner fehlenden Erfahrung als Trainer vor zehn Monaten überraschend zum Bundestrainer gemacht worden war, hatte schon vor dem Spiel ein positives Resümee dieser Weltmeisterschaft gezogen: "Egal, wie das ausgeht heute, ich bin absolut stolz auf die Mannschaft. Das war ein überragendes Turnier."

In der Tat scheint das mutige Experiment mit Sturm und der ehrgeizige Plan des DEB, bis 2026 bei großen Turnieren um Medaillen mitspielen zu können, deutlich früher als geplant aufzugehen. Schon in der Vorrunde hatte Deutschland zum ersten Mal seit 23 Jahren vier Siege eingefahren und dabei unter anderem die ehemaligen Weltmeister

Slowakei

und

USA

geschlagen. Das Minimalziel, sich in der Weltrangliste von Platz 13 zu verbessern, war damit bereits erreicht. Nun winkt trotz der Viertelfinal-Niederlage ein Top-Ten-Platz nach der WM, was für den Spielplan für die Heim-WM im nächsten Jahr enorm wichtig wäre.

asz/ck (dpa, sid)

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