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Weltwirtschaftsforum

Davos ohne Angela Merkel

Auf dem jährlichen Stelldichein von hochrangigen Politkern und Managern wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zum zweiten Mal in Folge fehlen. Sie ist nicht der einzige Regierungschef, der zu Hause bleibt.

Jedes Jahr im Januar steigen für einige Tage die Hotelpreise im schweizerischen Davos ins Unermessliche. Begleitet von massiven Sicherheitsvorkehrungen treffen sich auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) einmal im Jahr die Top-Manager und Staatenlenker der Welt. Auf die Bundeskanzlerin Angela Merkel wird man nun zum zweiten Mal verzichten müssen. "Wir bedauern dies, aber die Bundesregierung wird nach wie vor durch eine hochrangige Delegation vertreten", teilte das WEF nun mit. Demnach habe das Bundeskanzleramt die Veranstalter bereits im Dezember darüber informiert, dass Merkel dem Treffen vom 17. bis 20. Januar in dem Alpenort fernbleibe.

"Richtig ist, dass die Möglichkeit einer Davos-Reise geprüft wurde", sagte ein Regierungssprecher. Es habe aber nie eine Zusage gegeben. Die Teilnahme Merkels sei letztlich aus "terminlichen Gründen" gescheitert. Bereits 2016 hatte die Kanzlerin das Gipfeltreffen abgesagt, bei dem sie zuvor ein "Stammgast" gewesen war. An ihrer Stelle stehen aus Deutschland unter anderem Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) auf der Teilnehmerliste. Die fasst insgesamt 3000 Besucher. Auch nicht dabei sein wird der scheidende französische Präsident François Hollande.

Schweiz Davos Weltwirtschaftsforum 2016 (Reuters/R. Sprich)

Alle Jahre wieder: Die Wirtschaftselite trifft sich in Davos, das Schweizer Militär passt auf.

Besuch aus Fernost?

Medienberichten zufolge wird allerdings der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping in Davos erwartet. Es wäre sein erster Besuch bei dem Top-Treffen von Spitzenpolitikern und Konzernlenkern. "Die Unsicherheiten, die die globale Lage derzeit kennzeichnen, haben insgesamt zu einem gestiegenen Interesse an der Teilnahme in Davos geführt", betonte das Weltwirtschaftsforum in seiner Mitteilung.

Auch mit Blick auf die jüngsten Wahlerfolge von Populisten lautet das Motto in Davos in diesem Jahr "Responsive and Responsible Leadership", übersetzt: "Anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung". Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass politische Führer sich den Forderungen der Menschen anpassen müssten, schreibt der Weltwirtschaftsforum-Gründer Klaus Schwab in einem Beitrag. Zugleich müssten die Politiker eine Vision und einen Weg aufzeigen, damit die Menschen sich eine bessere Zukunft vorstellen könnten. Im vergangenen Jahr hatte sich in Davos alles um die Industrie 4.0 gedreht. 

Die mehrtägige Konferenz in den Alpen mit mehr als 50 Staats- und Regierungschefs sowie Vorstandsvorsitzenden internationaler Großkonzerne steht diesmal auch unter dem Eindruck der Amtsübernahme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar.

nm/kle (dpa, rtr)

 

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