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Musik

Das "Transatlantic Music Project"

Lewis Kaplan ist Dozent an der Juilliard School in New York und Initiator eines transatlantischen Projekts mit der Musikhochschule Köln. Jetzt wurden Ergebnisse der jüngsten Zusammenarbeit in Deutschland präsentiert.

Für Lewis Kaplan, den weltberühmten Geiger und Violinprofessor der Juilliard School in New York, ist das Unterrichten junger Menschen seit vielen Jahren eine Herzenssache. "Für mich war es immer schon wichtig, in positiver Weise an die Zukunft zu denken. Und ganz klar: Unsere Studenten sind die Zukunft", erzählt er der DW nach einem Konzert seiner Schützlinge im Kammermusiksaal der Musikhochschule in Köln.

Eine Woche lang haben Studierende und Dozenten beider Hochschulen zusammen gelernt und geprobt, um dann mit deutsch-amerikanisch besetzten Ensembles in Köln und im Bonner Beethovenhaus unter der künstlerischen Leitung von Lewis Kaplan zu konzertieren. "Wir leben in einer immer kleiner werdenden Welt, der Austausch von Ideen gewinnt immer mehr an Bedeutung", sagt Lewis Kaplan. "Gemeinsame Auftritte von außergewöhnlich begabten Studenten aus New York und Köln sind nicht nur wichtig für jeden einzelnen Teilnehmer, sondern für uns alle. Denn sie repräsentieren die Zukunft der nächsten Musiker-Generation."

Gegenseitiges Kennenlernen

Lewis Kaplan leitet den Unterricht mit seine Geige (Foto: Marita Berg/ DW)

Lewis Kaplan fördert den Musiker-Nachwuchs aus Überzeugung

Die Idee zum "Transatlantic Music Project" hat Lewis Kaplan schon vor einigen Jahren entwickelt und 2011 in die Tat umgesetzt - zusammen mit Claudia von Arnim vom Förderverein der Musikhochschule Köln. Ihre Idee: Studierende von diesseits und jenseits des Atlantiks zusammenzubringen, um sie gemeinsam zu unterrichten und ihnen durch das gegenseitige Kennenlernen Gelegenheit zu bieten, sich in Meisterkursen und Kammermusik-Projekten auszutauschen.

Denn Musik sei eine internationale Sprache und habe eine einzigartige völkerverbindende Kraft, erklärt Lewis Kaplan.

Das Zusammentreffen sei für die Studierenden ein großartiges Erlebnis, erzählt der engagierte Lehrer, egal ob die New Yorker Köln besuchen oder umgekehrt - wie zuletzt 2012, als Kölner zu Gast in New York waren: "Als die Kölner nach New York kamen, war das für sie eine tolle Erfahrung, weil das Leben in New York doch immer noch verschieden von dem in Europa ist. Und auch die Haltung der Menschen ist anders. Ich glaube, für die Studenten war die Reise an die Juilliard School eine wundervolle Erfahrung und viele von ihnen haben immer noch miteinander Kontakt. Als wir zuletzt vor drei Jahren hier in Köln waren, hat eine der Gruppen Jazz gespielt: Der Pianist war von der Juilliard School, die beiden anderen aus Köln. Vor zwei Wochen habe ich den amerikanischen Pianisten wiedergesehen und er erzählte mir, dass er auch weiterhin mit seinen deutschen Mitspielern in Kontakt sei."

Trainingslager in der Toskana

Die Klarinettistin Saerom Kim, die Cellistin Meta Weiss und der Pianist Jiayan Sun (Foto: Horst Helmut Schmeck)

Begeisterten in Köln mit Brahms - das Klarinettentrio mit Saerom Kim, Meta Weiss und Jiayan Sun

Jetzt waren New Yorker Studierende wieder Gäste der Musikhochschule Köln. Und dieses Mal hatten die Gastgeber für die "Juilliards" eine besondere Überraschung zu bieten: Zur Vorbereitung der Konzerte in Köln und Bonn durften die teilnehmenden Studierenden und Dozenten für fünf Tage Quartier in einer Außenstelle der Hochschule beziehen: in der "Europäischen Akademie für Musik und Darstellende Kunst" im Palazzo Ricci in der toskanischen Kleinstadt Montepulciano, die seit langem mit Köln verbunden ist.

1976 schon hat der Kölner Komponist Hans Werner Henze in Montepulciano sein "Werkstatt-Festival" gegründet und als Professor der Kölner Musikhochschule hatte Henze später angeregt, an diesem Ort ein Haus für junge Musiker zu gründen. Seit 2001 betreibt die Musikhochschule nun die Akademie im Palazzo Ricci und veranstaltet hier vor allem Meisterkurse und Konzerte mit jungen Musikern aus ganz Europa. Nun wurde aus der "Europäischen Akademie" in der Toskana ein Trainingslager für die deutschen und amerikanischen Studierenden des "Transatlantic Music Projekts".

Deutsch-amerikanisches Zusammenspiel

Streichquartett mit Sängerin beim Auftritt(Foto: Horst Helmut Schmeck)

Drei Ensembles haben ihr neu erarbeitetes Repertoire aufgeführt

Die Früchte der Klausur im idyllischen Montepulciano konnte man in dieser Woche in Konzerten im Kammermusiksaal der Kölner Hochschule und im Bonner Beethovenhaus erleben: Kammermusik auf höchstem Niveau, dargeboten von deutsch-amerikanisch besetzten Ensembles, deren Spiel nicht anzumerken war, dass sie erst seit wenigen Tagen miteinander arbeiten und unterschiedliche Sprachen sprechen.

"Für die Studenten war das eine sehr intensive Phase, sie hatten nur ein paar Tage Zeit zu proben. Okay, wir haben sie trainiert, aber was sie erreicht haben ist enorm!" Noch ganz gerührt schwärmt Lewis Kaplan nach dem Konzert seiner Schützlinge von deren Leistung:

"Das Training war vor allem deshalb so wunderbar, weil die Studenten zusammen gelebt haben und Freunde geworden sind. Das war für alle eine einmalige Erfahrung und eines ist sicher: Alle werden sich noch lange daran erinnern, dass sie an diesem #link:http://www.transatlanticmusic.org/:transatlantischen Musikaustausch# teilgenommen haben."

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