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Musik

"Das Jazzfest ist intensiver geworden"

Das Jazzfest Bonn ist seit sechs Jahren fester Bestandteil der Kultur in Bonn geworden. Peter Materna, der künstlerische Leiter, erklärt im Gespräch mit der DW, warum man die Konzerte nicht verpassen sollte.

DW: Worin sehen Sie die Herausforderung bei der Zusammenstellung des Festivalprogramms?

Peter Marterna: Ich selber bin viel unterwegs und betreibe auch ein bisschen Scouting im Jazzbereich und bin sehr daran interessiert zu erfahren, welche interessanten Künstler in der Szene unterwegs sind - egal ob sie jung oder alt sind. Die Herausforderung für das Gesamtprogramm ist, dass es mir gelingt, einen in sich funktionierenden Spannungsbogen hinzubekommen. Das heißt, angefangen vom Eröffnungskonzert über die Festivaltage bis zum Höhepunkt, der am Schluss sein kann aber vielleicht auch mittendrin. Mein Bestreben ist es, dass die Künstlerpaarungen sich ergänzen. Der Idealfall ist, dass der eine relativ prominent ist und der andere vollkommen unbekannt, aber vom Level gleichwertig.

Gibt es beim Jazzfest 2015 ein bestimmtes Thema?

Es gibt 2015 mehrere Themen für das Jazzfest. Wir haben sehr viele Frauen, was im Jazz nicht typisch ist; mit Marilyn Mazur und Terri Lyne Carrington zwei der berühmtesten Schlagzeugerinnen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Trompete. Wir haben dieses Jahr ein Sammelsurium an Trompetenstars, zum Beispiel den Shootingstar aus New York, Peter Evans.

Nun gibt es das Jazzfest Bonn bereits sechs Jahre; haben Sie eine Entwicklung feststellen können?

Ja, wir sind intensiver geworden. Wir haben mehr Konzerte, wir haben in der Qualität nicht zurückstecken müssen und das Publikum hat das Festival gut angenommen - die Konzerte waren immer ausverkauft. Ein erklärtes Ziel von mir ist es, dem Thema Jazz mehr öffentliche Wahrnehmung zukommen zu lassen, das heißt noch intensivere Zusammenarbeit mit den Medien. Mit der DW klappt das ja schon ganz hervorragend.

Nigel Kennedy

Zweifellos der Höhepunkt des Festivals: Der Auftritt von Nigel Kennedy

Das Highlight in diesem Jahr ist zweifellos das Konzert von Nigel Kennedy. Der Künstler gilt ja gemeinhin als ein wenig exzentrisch; war es denn schwierig, ihn für das Programm zu gewinnen?

Ja, es war unglaublich schwierig. Ich habe eineinhalb Jahre gebraucht, von ihm eine Zusage zu bekommen. Es ist bestimmt der berühmteste Musiker im Festival, der auch so viele Genres bedient, dass einem manchmal der Überblick fehlt. Ich wollte ihn ursprünglich mit seinem Jazz-Programm engagieren. Nun kommt er mit einem ganz neuem Projekt, das bei uns seine Deutschlandpremiere erfährt: "Nigel Kennedy plays Jimi Hendrix".

Welche fünf Konzerte sollte man nicht verpassen?

Ich mag ganz besonders eher die unbekannten Acts wegen des Überraschungseffekts. Ich freue mich besonders auf Peter Evans am 11. Mai; ein Trompeter, der hierzulande so gut wie unbekannt ist, aber in Amerika und in der internationalen Jazzszene kennt ihn eigentlich jeder, weil er umwerfend virtuos und gleichzeitig hoch musikalisch ist. Dann am 14. Mai das Julia Kadel Trio mit Julia Kadel am Klavier. Die Band hat mich live von den Socken gehauen. Das hätte ich nicht gedacht, dass so eine junge Band so frisch und gleichzeitig so reif spielen kann. Zum dritten das Konzert von Pat Martino - eine lebende Legende -, der mich stets durch meine eigene Karriere als Musiker begleitet hat; das ist das Eröffnungskonzert am 7. Mai. Für mich bestimmt eines der Highlights des Festivals. Ein anderes Favorite von mir ist der Sänger Norbert Gottschalk am 8. Mai mit dem Norbert Gottschalk Quintett, und "last but not least" Stefan Schultze mit seinem Large Ensemble am 9. Mai. Das ist immer überraschend, eine Art symphonische Bigband - großartige Arrangements gespielt von umwerfend guten Musikern.

Das Gespräch führte Jürgen Brendel

Peter Materna, Jahrgang 1965, ist selbst Jazzmusiker und in der deutschen Jazzszene als Saxophonist unterwegs. Er hat in Köln und Essen studiert und veröffentlicht Platten seit 1989. Seit 2010 ist er der musikalische Leiter des Jazzfests Bonn - mittlerweile eine feste Größe im Kulturleben der Stadt. Das Festival präsentiert eine spannende Mischung aus unbekannten und prominenten Musikern in den unterschiedlichsten Locations in der ganzen Stadt.

Das Jazzfest Bonn läuft vom 7. Mai bis 16. Mai 2015.

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