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Politik

Das Empire tagt

Die britische Königin Elizabeth II. hat in Nigeria die Commonwealth-Konferenz eröffnet. 53 Regierungschefs und 3000 Delegierte sind angereist und beraten vier Tage lang über Probleme des globalen Management.

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Glanzvolles Treffen verschiedener Welten

Es gibt eine Menge zu bereden auf dem viertägigen Commonwealth-Gipfel im nigerianischen Abuja. Im Mittelpunkt des alle zwei Jahre statt findenden Treffens von Staaten zumeist aus dem Nachlass des britischen Empire stehen die Rolle Afrikas in der Weltwirtschaft, das Aids-Problem und die Zukunft der beiden suspendierten Staaten Simbabwe und Pakistan.

Leere Stühle bei der Konferenz

Bereits im Vorfeld hatten viele Staaten ihre Besorgnis über die Entwicklungen im Welthandel und die geplatzten WTO-Verhandlungen in Cancún geäußert. Hier gilt es, einen gemeinsamen Standpunkt zu finden. Ferner stehen Terrorismusbekämpfung und der Bericht zum Thema "Demokratie und Entwicklung", den Generalsekretär Donald McKinnon bereits vorgestellt hatte, auf dem Programm.

Sorgenkinder der Konferenz sind die beiden vom Commonwealth suspendierten Länder: Pakistan wurde 1999 wegen des Militärputsches, der gegen die Regeln des Commonwealth verstößt, ausgeschlossen. Simbabwe musste im vergangenen Jahr die seinen Platz räumen aufgrund des Vorwurfs von Manipulationen bei der Wiederwahl von Präsident Robert Mugabe.

Zahlreiche Mitgliedsländer haben die Wiederaufnahme des Landes gefordert, andere Staaten, darunter Australien, Großbritannien und Kanada hatten mit einem Boykott des Gipfels gedroht, sollte Mugabe teilnehmen.

Vor acht Jahren war der heutige Gastgeber Nigeria selbst von dem Treffen ausgeschlossen, nachdem die damalige Militärjunta den Menschenrechtsaktivisten Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter exekutiert hatte.

Teure Veranstaltung in einem armen Land

Insgesamt 54 Nationen gehören weltweit dem freiwilligen Zusammenschluss des Vereinigten Königreichs an, der in dieser Form seit 30 Jahren besteht. Die Tradition des Treffens reicht aber bis 1887 zurück, damals bekannt als Kolonial-Konferenzen. Jedes Land von Antigua bis Sambia, von Australien bis Zypern ist im Commonwealth gleichwertig. Das macht diesen englischsprachigen Zusammenschluss so besonders - aber auch aufwändig.

Die Commonwealth-Konferenz war angesichts der elenden Verhältnisse Nigerias bereits im Vorfeld als verschwenderisch kritisiert worden. Es es heftige Proteste in Kaduna gegeben, dem politischen Zentrum des islamischen Nordens des Landes. Doch die Reaktionen sind vielfältig: Die 16-jährige Emilia Asim-Ita beispielsweise empfindet das Treffen als einen Erfolg, da es ein positiveres Bild von ihrem Land vermittele und das Vertrauen der anderen Staaten in ihr Land dokumentiere.

Auch bei den Organisatoren weiß man um die Skepsis dieser teuren Massenveranstaltung. Joel Kibazo, Sprecher der Konferenz, führt jedoch an, dass das Treffen auch besondere Bedeutung hinsichtlich neuer wirtschaftlicher und politischer Beziehungen und Aufmerksamkeit für Nigeria habe. Der Journalist Olufemi Adedayo hingegen bezweifelt, dass dies dem "einfachen Nigerianer" einsichtig sei: "Ein Arbeiter wird wohl eher fragen: Commonwealth - gemeinsamer Wohlstand. Welcher Wohlstand ist gemeinsam? Wohlstand kann niemals gemeinsam sein! Das wird einem normalen Nigerianer als erstes in den Sinn kommen."

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