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Kultur

Das eigene Kraftwerk im Keller

Strom, Wärme und heißes Wasser umweltfreundlich aus dem heimischen Kraftwerk? Die Brennstoffzelle für Zuhause macht's möglich! Der serienmäßige Einsatz ist zwar noch Zukunftsmusik. Aber erste Testanlagen laufen bereits.

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die heimische Brennstoffzelle

Der Berliner Biologielehrer Ralph-Dieter Feigel gehört zu den Pionieren der neuen Technik. In seinem Heizungskeller steht seit August 2003 eine Brennstoffzelle. Die Anlage besteht lediglich aus einem grauen, großen Kasten. Einzig ein Computermonitor verrät, dass Feigel Hightech im Keller hat.

Serienreif in zehn Jahren

Das Gerät überträgt Leistungsdaten und Fehler an das Deutsche Brennstoffinstitut im sächsischen Freiberg und an die Technische Universität Dresden. Wenn etwas nicht stimmt, rücken die Techniker bei den Feigels dank eines separaten Kellerzugangs meist unbemerkt an und korrigieren die Fehler.

Noch sind die Prototypen der privaten Brennstoffzellen viel zu teuer und haben eine indiskutable Lebensdauer. Doch Industrie und Wissenschaft sind sich einig, dass der Forschungsaufwand lohnt, denn bereits die heutige Effizienz sei vielversprechend. In zehn Jahren könnte die Technik in Serie gehen.

Noch viel zu teuer


Für die dezentrale Energieproduktion braucht ein Wohnhaus zunächst einen Erdgasanschluss. In der ersten Stufe wird in der Anlage aus dem Erdgas bei Temperaturen zwischen 900 und 1000 Grad Wasserstoff freigesetzt. Dann kommt die eigentliche Brennstoffzelle zum Einsatz: Bei dem elektrochemischen Prozess reagieren Wasserstoff und Sauerstoff an Elektroden miteinander. Dabei entstehen Strom und Wärme fürs Duschen und Heizen. "Dieses Prinzip ist seit mehr als 160 Jahren bekannt, aber bis heute nicht effizient im großen Stil einsetzbar", sagt der Experte für Brennstoffzellen der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig, Stephan Krein.

Europaweit testet der Schweizer Hersteller der Mini-Kraftwerke - die Firma Sulzer Hexis - 100 solcher Anlagen im Privatgebrauch. Bei einer Lebensdauer von bis zu drei Jahren kostet eine solche Anlage derzeit allerdings noch mehrere 10.000 Euro. Viel zu teuer, um für den normalen Hausbesitzer interessant zu werden.

Bisschen knapp im Winter

Die Feigels sind mit ihrer Anlage zufrieden. "Wir haben 20 Prozent weniger Kosten für Gas und schaden kaum noch der Umwelt", sagt der 51-jährige Familienvater. Seine Brennstoffzelle liefert derzeit ein Kilowatt elektrische Leistung und 2,5 Kilowatt thermische Leistung - also Heizwärme. "Für den Winter ist das ein bisschen knapp. Deshalb haben wir ein Zusatzgerät, dass uns auch bei frostigen Außentemperaturen die Füße im Haus warm hält."

Der Brennstoffzellenblock ist allerdings seit 2003 schon drei Mal getauscht worden. "Der erste Block hielt gerade mal ein halbes Jahr", sagt Feigel. Ende 2006 - wenn das Testprojekt ausläuft - werden die Feigels erstmal wieder eine normale Heizungsanlage einbauen. (mb)



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