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Wirtschaft

DaimlerChrysler will 8500 Stellen abbauen

Die Unternehmensberatung McKinsey hatte schon vor einem Jahr bei Daimler einen Personalüberhang von knapp 10.000 Mitarbeitern in Deutschland identifiziert. Jetzt hat das Unternehmen reagiert.

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Abbau trotz Jobgarantie

DaimlerChrysler will in Deutschland 8.500 Stellen bei Mercedes abbauen. Die Personalanpassungen sollen durch
freiwillige Ausscheidensvereinbarungen im Verlauf der nächsten zwölf Monate erreicht werden, wie der Konzern am Mittwoch (28.9.05) in Stuttgart mitteilte.

Die "Stuttgarter Nachrichten" berichteten, der Daimler-Konzern wolle offenbar auf eine Klausel der im Juli 2004 abgeschlossenen Beschäftigungssicherung zurückgreifen. Diese sehe vor, dass 3800 Mitarbeitern Altersteilzeitverträge angeboten werden können. Dieses Kontingent solle weitgehend ausgeschöpft werden. Darüber hinaus sollten weitere rund 5000 Stellen an den betroffenen Standorten sozialverträglich abgebaut werden. Für die meisten dieser 5000 Mitarbeiter solle es freiwillige Abfindungsangebote geben, schreibt die Zeitung.

"Job-Feuerwehr" in anderen Werken

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung sollen etwa 1400 DaimlerChrysler-Mitarbeiter ihren gewohnten Stammarbeitsplatz aufgeben, um künftig als eine Art "Job-Feuerwehr" je nach Auftragslage in anderen Werken eingesetzt zu werden. Bereits heute sind Mitarbeiter aus Sindelfingen und Bremen im Werk Rastatt beschäftigt, wo die A- und die B-Klasse gebaut wird. Betriebsbedingte Kündigungen bei Mercedes sind bis 2012 ausgeschlossen. Der Konzern, der den wichtigsten Geschäftsbereich bis 2007 mit einem milliardenschweren Sparprogramm sanieren will, lehnte bisher jede Stellungnahme ab. Auch der Betriebsrat wollte sich nicht äußern.

Ein DaimlerChrysler Mitarbeiter hält im Mercedes-Werk in Sindelfingen (bei Stuttgart) am Mittwoch (09.02.2005) mit weißen Handschuhen einen Mercedes Stern in der Hand

Weniger Handarbeit bei der Marke mit dem Stern

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX wird der Stellenabbau, der im vierten Quartal beginnen soll, zu "erheblichen Restrukturierungskosten" führen. Es sei sicher, dass der Konzern eine Summe im dreistelligen Millionenbereich in der Bilanz zurückstellen müsse, hieß es. Bereits in den ersten beiden Quartalen hatte DaimlerChrysler für die smart-Sanierung rund 1,1 Milliarden Euro an Sonderkosten verbucht und die ursprüngliche Gewinnerwartung für das laufende Jahr reduziert.

Kostenstruktur verbessern

Konzern und Betriebsrat verhandeln bereits seit längerem über den sozialverträglichen Stellenabbau. Die Gespräche wurden noch von Ex-Mercedes-Chef Eckhard Cordes begonnen, der im September 2004 von Dieter Zetsche abgelöst worden war. Cordes hatte schon im Frühjahr signalisiert, dass Mercedes mehrere tausend Stellen streichen müsse, um die Kostenstruktur zu verbessern.

Cordes, der wegen seiner Niederlage im Machtkampf um die Konzernspitze das Unternehmen Ende August verließ, hatte nach Milliardenverlusten und erheblichen Qualitätsmängeln bei der Nobelmarke das Sparprogramm CORE aufgelegt. Dies besteht aus rund 20.000 Einzelmaßnahmen und soll die Kosten um drei bis vier Milliarden Euro drücken. Die Umsatzrendite der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, smart und die Nobel-Marke Maybach), die Ende 2004 auf 3,3 Prozent abgesackt war, soll bis 2007 bei sieben Prozent liegen. (ert)

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