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Wirtschaft

DaimlerChrysler ohne Hyundai

DaimlerChrysler stellt seine Asienstrategie um. Im Pkw-Geschäft hat der Konzern bereits angekündigt, sich bei Mitsubishi Motors zurückzuziehen. Im Nutzfahrzeugsektor soll nun die Beteiligung an Hyundai verkauft werden.

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Ende einer Beteiligung

Es ist zu erwarten gewesen: DaimlerChrysler will seinen 10,5-Prozent-Anteil an Hyundai Motor verkaufen. Wie der deutsch-amerikanische Konzern und der südkoreanische Autobauer am Mittwoch (12.5.2004) in Stuttgart und Seoul gemeinsam mitteilten, haben sie sich "auf eine Neuordnung ihrer strategischen Allianz verständigt, um ihre jeweiligen wirtschaftlichen und strategischen Ziele besser umsetzen zu können". Beide Unternehmen wollen offenbar den Eindruck erwecken, als ginge man ohne Streit auseinander.

Weitere Entscheidungen

Der Verkauf der Hyundai-Anteil durch DaimlerChrysler kann laut Konzernvorstand Eckhard Cordes in einem langfristigen Zeitraum geschehen. Erst Ende April 2004 hatte der Stuttgarter Konzern überraschend seinen Rückzug beim Pkw-Hersteller Mitsubishi Motors in Japan angekündigt. Im Nutzfahrzeuggeschäft hat der DaimlerChrysler-Vorstand mit seinem Rückzug bei Hyundai nun ebenfalls Entscheidungen getroffen.

Laut DaimlerChrysler-Vorstand Cordes haben sich die Bedingungen auf dem Nutzfahrzeugmarkt in Asien seit dem Einstieg bei Hyundai im Jahr 2000 dramatisch verändert. Damals habe der amerikanisch-deutsche Autoriese noch nicht wissen können, dass er sich an Mitsubishi Fuso beteiligen würde. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass der Nutzfahrzeughersteller Mitsubishi Fuso einer der Gründe war, warum DaimlerChrysler vor mehr als drei Jahren bei den Japanern eingestiegen ist. Der Lkw-Bauer galt damals als Filetstück von Mitsubishi Motors, das mittlerweile herausgelöst wurde. Das Unternehmen Mitsubishi Fuso ist nun eine weitere Tochter der Mitsubishi-Gruppe, an dem DaimlerChrysler mit 65 Prozent die Mehrheit hält. Der profitable Nutzfahrzeugbauer ist in Japan Marktführer und hält in Asien über 20 Prozent der Marktanteile.

Rückzug - aber nicht ganz

Eine weitere Beteiligung an einem Nutzfahrzeughersteller macht aus Sicht von DaimlerChrysler wenig Sinn. Zudem habe Hyundai laut Cordes mehrfach deutlich gemacht, dass der Autobauer an einer Erhöhung des DaimlerChrysler-Anteils an dem Unternehmen kein Interesse habe. DaimlerChrysler hätte seit September 2003 die Option gehabt, den Anteil auf 15 Prozent aufzustocken. Zwar wird nun das Joint Venture auf dem Nutzfahrzeugsektor in Seoul beendet. Ganz hört die Zusammenarbeit zwischen Hyundai und DaimlerChrysler aber nicht auf: Fortgeführt werden soll das Weltmotorenprojekt im Personenwagensektor, bei dem DaimlerChrysler, Hyundai und Mitsubishi gemeinsam Pkw-Motoren entwickelt haben und bauen wollen. Außerdem wird DaimlerChrysler weiter an Hyundai Bus-Motoren liefern und in Mexiko zwei Hyundai-Pkw-Modelle vertreiben. (kap)

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