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Wirtschaft

Daimler-Manager Grube soll Bahnchef werden

Die Bundesregierung hat sich auf einen Nachfolger für Bahnchef Mehdorn geeinigt. Verkehrsminister Tiefensee will dem Aufsichtsrat den 57-jährigen Daimler-Manager Rüdiger Grube vorschlagen.

Rüdiger Grube (Foto: dpa/EADS)

Der Neue: Rüdiger Grube

Das Verkehrsministerium gab den Personalvorschlag am Donnerstagmorgen (02.04.2009) offiziell bekannt. Die Entscheidung sei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) abgestimmt. Zuvor hatte es bereits Medienberichte über die Berufung Grubes gegeben. Der Aufsichtsrat der Bahn will sich noch am Donnerstag mit der Personalie befassen.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung brachte Kanzlerin Merkel Grube ins Gespräch. Laut "Financial Times Deutschland" soll es sich dagegen um einen Vorschlag Steinmeiers gehandelt haben.

Über die Nachfolge Mehdorns hatten in der Nacht zum Mittwoch im Berliner Bundeskanzleramt neben Merkel und Steinmeier die Minister Peer Steinbrück (Finanzen), Karl-Theodor zu Guttenberg (Wirtschaft) und Wolfgang Tiefensee (Verkehr) sowie der Chef des Kanzleramts, Thomas de Maizière, beraten.

Seit 2001 bei Daimler

Rüdiger Grube sitzt seit 2001 im Vorstand von Daimler und ist dort für das Ressort Konzernentwicklung zuständig. Er ist auch Vorsitzender des Verwaltungsrats beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der 57-Jährige ist Diplom-Ingenieur für Fahrzeugbau und Flugzeugtechnik. Außerdem hat er Berufs- und Wirtschaftspädagogik studiert.

Der Manager ist zudem ein alter Weggefährte des bisherigen Bahnchefs Mehdorn. Dieser war von 1989 bis 1992 Vorsitzender der Geschäftsführung von Airbus. Grube fungierte damals als sein Büroleiter. 1992 wechselten dann beide zum Luft- und Raumfahrtunternehmen DASA - Mehdorn als Vorstandsmitglied des Konzerns mit Sitz in München und Grube als Standortleiter im nahe gelegenen Ottobrunn.

Gebäude der Deutschen Bahn mit Signalschild (Foto: AP)

Signalwirkung bei der Deutschen Bahn: Rüdiger Grube solls jetzt richten

Die Nominierung von Rüdiger Grube zum neuen Bahn-Chef stößt auf ein geteiltes Echo. Von den beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA kamen zustimmende Signale. Sie mahnten aber ein Bahnkonzept an. Zustimmung zur Entscheidung der Großen Koalition kam auch von der FDP. Die Lokführergewerkschaft GDL dagegen warnte vor einer Fortsetzung des DB-Kurses als Weltkonzern. Auch Umweltverbände und Grüne meinten, eine Chance für einen Neuanfang sei vertan worden. Ähnlich äußerte sich der Verkehrsclub Deutschland. "Einen Auto- und Luftverkehrs-Manager an die Spitze der Deutschen Bahn AG zu stellen, sei in etwa so, als ob ein Metzgermeister zum Chefkoch eines Vegetarier-Restaurants gekürt wird," so dessen Vorsitzender Michael Gehrmann.

Mehdorn hatte am Montag seinen Rücktritt angeboten. Grund war die öffentliche Kritik wegen mehrerer Datenschutz-Affären bei der Bahn.

(gri/mas/se/HF/kle/ap/dpa/rtr)

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