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Fußball international

Cristiano Ronaldo sagt vor Gericht aus

Es kommt Bewegung in den Steuerfall Cristiano Ronaldo. Der Superstar von Real Madrid wird, begleitet von einem riesigem Medienauflauf, von einer Richterin befragt. Danach verschwindet er heimlich und erzürnt die Presse.

Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung in Höhe von 14,7 Millionen Euro unter riesiger öffentlicher Aufmerksamkeit von einer Richterin befragt worden. Die Anhörung des portugiesischen Torjägers von Real Madrid fand am späten Montagvormittag in Pozuelo de Alarcon nahe der spanischen Hauptstadt hinter verschlossenen Türen statt, wie das Gericht mitteilte. Nach dem Termin hat die Untersuchungsrichterin bis zu 18 Monate Zeit, um über die Eröffnung eines Strafprozesses gegen den 32 Jahre alten Champions-League-Sieger und Europameister zu entscheiden.

Kein Statement von Ronaldo

Vor dem Eingang des Gerichtsgebäudes warteten mehr als 200 Reporter und rund 40 Kameraleute aus aller Welt zunächst vergeblich auf den Profi. Kurz vor elf Uhr durfte Ronaldo mit seinem Wagen durch eine Hintereinfahrt direkt in die Garage fahren. Die gegen 11.30 Uhr aufgenommene Anhörung sollte nach amtlichen Angaben insgesamt eineinhalb bis zwei Stunden dauern. Die Wartezeit wurde aber um einiges länger - und endete für die Medienvertreter enttäuschend. Denn auf eine Selbstinszenierung legte der Weltfußballer diesmal keinen Wert.

So mussten sich die Journalisten aus aller Welt mit den kargen Worten eines Sprechers begnügen: "Alles ist in Ordnung, Cristiano ist schon auf dem Weg nach Hause." Für diese Botschaft hätte es das eigens errichtete Pult samt Mikrofon nicht gebraucht. Schnell war seitens der vergeblich wartenden Medien von einer "Schande" und einem "Ablenkungsmanöver" die Rede, nachdem der Sprecher von Ronaldos Manager Jorge Mendes, Inaki Torres, schnell wieder entschwunden war. Es war wohl in der Tat, wie die Madrider Sportzeitung "Marca" feststellte, Ronaldos "härtester Tag".

Spanien Steuerbetrug - Cristiano Ronaldo von Richterin angehört (picture alliance/Gtresonline)

Die Journalisten warten vor dem Gericht, doch Ronaldo kommt nicht selbst - ein Sprecher gibt ein kurzes Statement ab

Nach Ansicht der Staatsanwälte soll Ronaldo zwischen 2011 und 2014 seine Einnahmen aus Bildrechten dem Finanzamt vorenthalten haben. Dafür habe der 32-Jährige auf den Britischen Jungferninseln und in Irland ein undurchsichtiges Unternehmenskonstrukt geschaffen. Die Anwälte des Europameisters haben diesen Vorwurf zurückgewiesen.

Ronaldo: "Zahle pünktlich und korrekt"

Bei der Anhörung vor Gericht erklärte Ronaldo, nie Steuern hinterzogen zu haben. "Ich habe niemals etwas verborgen und auch niemals die Absicht gehabt, Steuern zu hinterziehen", sagte CR7 laut eines Kommuniqués des Gerichts. Ronaldo habe betont, dass die Finanzbehörden "alle meine Einnahmen im Detail kennen, da ich sie immer angegeben habe", heißt es darin weiter. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich meine Berater darum bitte, dass sie immer alles pünktlich erledigen und alles korrekt zahlen, weil ich keine Probleme haben möchte", sagte der Portugiese.

Real Madrid Vorstellung Cristiano Ronaldo 2009 (Getty Images/AFP/D. Pozo)

2009 wechselte Ronaldo von Manchester nach Madrid

Ronaldo habe zudem vor der Richterin die Anschuldigung zurückgewiesen, er habe bei seinem Wechsel von Manchester United nach Spanien ein Unternehmensgeflecht zur Steuerhinterziehung geschaffen. "Als ich bei Real Madrid unterschrieben habe, habe ich keine spezielle Struktur kreiert, um meine Bildrechte zu verwalten. Ich habe vielmehr jene Struktur beibehalten, die ich schon in England hatte." Diese habe er schon seit 2004, sie sei in England von den zuständigen Behörden als "legal und legitim" anerkannt worden.

Zweiter Fall Messi?

Ermittlungsrichterin Monica Gomez Ferrer hat nun bis zu eineinhalb Jahre Zeit, um über eine Prozesseröffnung zu entscheiden. Beim fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona dauerte ein ähnlicher Prozess vier Jahre. Am Ende wurde der 30 Jahre alte Argentinier zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt. Das Gericht wandelte die Gefängnisstrafe aber in eine Geldbuße um. Gefängnisstrafen unter zwei Jahren werden in Spanien üblicherweise nicht vollstreckt. Messi musste für seine Steuerhinterziehung in Höhe von 4,16 Millionen Euro insgesamt 2,25 Millionen Euro Strafe zahlen.

asz/sn (dpa, sid)

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