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Welt

Clinton und Obama wollen es jetzt wissen

Bei den Vorwahlen in vier US-Bundesstaaten könnte eine Entscheidung im Rennen zwischen den demokratischen Senatoren Obama und Clinton fallen. Das Duell der beiden Konkurrenten ist noch einmal härter geworden.

Obama und Clinton (r.) im Fernsehstudio, Quelle: AP

Das letzte TV-Duell zwischen Obama (r.) und Clinton vor den Vorwahlen in Texas und Ohio

Bisher führt Barack Obama in der Zahl der Delegiertenstimmen vor seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Die letzten elf Vorwahlen konnte er für sich verbuchen. Clinton benötigt also bei den Wahlen in Texas, Ohio, Vermont und Rhode Island am Dienstag (4.3.2008) dringend einen Sieg. Um diesen zu erringen, setzt sie auf Katastrophen- und Terrorszenarien.

El Kaida als Drohkulisse

"Es ist drei Uhr morgens und Ihre Kinder schlafen fest, aber im Weißen Haus klingelt ein Telefon", heißt es in einem aktuellen Fernseh-Werbespot Clintons. "Irgendwo auf der Welt ist etwas passiert. Ihre Stimme entscheidet, wer diesen Anruf beantwortet." Dazu werden friedlich schlafende Kinder und eine besorgte Mutter gezeigt - und Clinton, die einen Telefonanruf entgegennimmt. Mit Angstmache Stimmen fangen - genau das haben die Demokraten den Republikanern in den Jahren zuvor immer vorgeworfen und als unseriös bezeichnet. Doch jetzt schwört Clinton eine imaginäre Katastrophe herauf, um die Wähler davon zu überzeugen, dass sie in einer Krise die richtigen Entscheidungen treffen würde.

Hillary Clinton, Quelle: AP

Kämpft mit Terror-Szenarien um Stimmen: Hillary Clinton

In der Sendung "Face the Nation" am Sonntag im Fernsehsender CBS legte der demokratische Senator Evan Bayh sogar noch nach, als er auf den Spot angesprochen wurde. "Wir hatten vor wenigen Tagen eine Anhörung und uns wurde gesagt, dass es nicht die Frage sei, ob El Kaida angreift, sondern wann", sagte Bayh, der Clinton unterstützt und Mitglied des Geheimdienstausschusses des Senats ist. "Wir leben in einer gefährlichen Welt."

Steht Clinton so sehr mit dem Rücken zur Wand, dass sie zu diesen Mitteln greifen muss, fragen sich Beobachter? Irwin Redlener, Leiter des Nationalen Zentrums für Katastrophenschutz an der New Yorker Columbia Universität, arbeitete mit Hillary Clinton schon seit 1993 bei ihren Initiativen zur Krankenversicherung zusammen. "Sie versucht die Menschen daran zu erinnern, dass sie die nötigen Mittel und genug Erfahrung für jede Krise mitbringt", meint er. Denn gerade jetzt erlebe sie einen kritischen Moment in einem Vorwahlkampf, den es so intensiv noch nie gegeben habe.

Barack Obama, Quelle: AP

Von der Außenseiterposition zum Favoriten: Barack Obama

Noch im Sommer schien Clintons Nominierung als Präsidentschaftskandidatin eine Selbstverständlichkeit. Wie sie so weit ins Abseits gedrängt werden konnte, erklärt Redlener vor allem mit zwei Worten: Barack Obama. "Ich glaube, niemand hat damit gerechnet, dass eine so charismatische Person ihr Hauptkonkurrent wird", sagt er. "Er ist ein hervorragender Wahlkämpfer und ein guter Kandidat."

Die Stimmen mehren sich, die von Clinton einen Rückzug fordern, sollte sie auch nach den Vorwahlen am Dienstag weiter in den Delegiertenstimmen zurückliegen. Bill Richardson, Gouverneur von New Mexiko, der aus dem Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ausgestiegen ist, sagte, ebenfalls im Fernsehsender CBS, das Gezänk der beiden guten Kandidaten würde schon zu lange andauern. "Nach Dienstag brauchen wir einen positiven Wahlkampf. Wer auch immer die meisten Delegiertenstimmen, also eine klare Führung, hat, sollte in meinen Augen der Kandidat sein."

Das Gezänk dauert zu lange

Auch Clintons Ehemann, der ehemalige Präsident Bill Clinton, hat zugegeben, dass der Dienstag für seine Frau ein wichtiger Tag ist und dass sie Texas und Ohio gewinnen muss, um weiterzumachen. Ihre Unterstützer stellen sich dabei bisher auf den Standpunkt, dass es nicht auf die Höhe des Sieges ankommt. Die Umfragen zeigen bisher in beiden Staaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und so könnte es durchaus passieren, dass das Gezänk zwischen Clinton und Obama weitergeht. Zunächst bis zum 22. April, dann wird in Pennsylvania gewählt, einem anderen Staat, in dem es viele Delegiertenstimmen zu holen gibt.

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