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Welt

US-Wahlkampf auf Spanisch

Der Kampf um die Kandidaten der Demokraten verläuft an ethnischen Trennlinien. Für Clinton stimmten bisher vor allem die Hispanics. In Texas, wo viel von ihnen leben, werden sie von beiden Kandidaten umworben.

Clinton vor Wahlkampfauditorium. (AP Photo/LM Otero)

Den Wahlkampf in Texas stimmte Clinton auf die Gruppe der Hispanics ab

Texas ist Hillary-Land: Schon in den frühen 1970er-Jahren hat sich Hillary Clinton hier als Wahlkampfhelferin und Politikerin einen Namen gemacht. Und wenn sie dieses Jahr weiterhin im Rennen bleiben will, muss sie deutlich gewinnen.

In Texas, wo ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung besitzt, kommt sie gut an. Ihr Plan einer Gesundheitsreform sei sehr realistisch, sagt Krankenschwester Annaluiza Alvarez. Aber nicht nur das spreche für Hillary Clinton, sondern auch die Integrität, Erfahrung und ihr Wissen, meint die bei den Demokraten Registrierte. "Außerdem möchte ich, dass die Soldaten aus dem Irak zurückkommen." Über Barack Obama wisse sie dagegen nicht viel, sagt die Krankenschwester. "Er ist etwas komisch", meint sie, schließlich sei sein mittlerer Name Hussein und außerdem würde sich Obama würde auf Osama reimen.

Eigentlich hoher Rückhalt für Clinton

Hillary Clinton mit Wahlbegeisterten (AP Photo/Carolyn Kaster)

Texas ist Hillary-Land: Hillary Clinton bei dem Vorwahlkampf

Alvarez ist Hispanic - spanisch sprechende US-Bürgerin in der Grenzregion zu Mexico. Und diese sehen Clinton als tapfere Politikerin. Kein Wunder, ist doch Clintons Wahlkampfauftritt kürzlich in San Antonio ganz auf die spanisch sprechende Bevölkerungsgruppe zugeschnitten. Umfragen zeigen, dass sie zu ihren loyalen Unterstützern zählen.

Politikberaterin Ingrid Duran, selber Hispanic, erklärt den großen Rückhalt mit dem hohen Bekanntheitsgrad Clintons. "Sie hat sich immer für uns eingesetzt, und wir waren vom ersten Tag an Teil ihres Wahlkampfes."

Obama spaltet

Trotzdem führt Clintons bei den Hispanics in Texas einen Verteidigungskampf. Denn ihr Gegner, der schwarze Senator Barack Obama, weiß die Hispanic-Generationen politisch zu spalten. Junge Hispanics sind - ähnlich wie ihre Altersgenossen in den übrigen USA - hoch politisiert und schwärmen für Obama.

Erica Ochoa ist eine von ihnen. Mit 16 Jahren darf sie zwar noch nicht wählen, aber sie fiebert mit Obama mit. Der Irak-Krieg und die Wirtschaft seien ihre größten Sorgen sagt Ochoa: "Besonders dieses Jahr sprechen wir, meine Freunde und ich, darüber, dass wir uns mehr engagieren sollen. Ich denke, es ist wegen dieser Wahl", meint die 16-Jährige. Jetzt bestehe eine große Gelegenheit für Veränderung; dies würde nicht nur die Kandidatur Obamas betreffen. "Ich denke, ich hätte es gerne gesehen, dass sich etwas ändert mit dem Krieg und der Wirtschaft." Mittlerweile sind nicht nur die jungen Menschen von Obamas Ideen gepackt. Ochoa erzählt, dass sich auch ihre Mutter von dem Kandidaten hat überzeugen lassen.

Barack Obama (AP Photo/Pat Sullivan)

Barack Obama kann bei jungen Wählern punkten

Die Wahl-Arithmetik arbeitet gegen Clinton. Hispanics bilden zwar 35 Prozent der Bevölkerung in Texas. Die meisten von ihnen haben aber von ihrem Wahlrecht bislang kaum Gebrauch gemacht - Pech für Hillary. Denn die Zahl der wahlentscheidenden Delegierten hängt von der Wahlbeteiligung in früheren Wahlen ab. So können die Wähler in den Millionenstädten Houston und Dallas mehr Delegierte zum Parteitag der Demokratischen Partei in August senden, als die von Hispanics bewohnten Wahlbezirke.

Dadurch haben die schwarzen Wähler, obgleich sie nur zwölf Prozent der texanischen Bevölkerung ausmachen, mehr Gewicht. Glück für Obama, denn sie werden ihn unterstützen.

Ironie der Geschichte

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet das texanische Wahlsystem die erste Präsidentschaftskandidatin der USA benachteiligt. Am Dienstag gehen erst die registrierten Demokratischen Wähler an die Urne und wählen 126, also zwei Drittel der Delegierten. Danach haben noch alle Wähler die Möglichkeit, die restlichen 67 Delegierten zu bestimmen. Dieser zweite Wahlgang war 1970 eingeführt worden, um die Wahlbeteiligung der Frauen zu erhöhen. Diesmal könnte er vor allem Obama zugute kommen, der bei zweiten Wahlgängen stets besser abschnitt als Clinton.

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