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Politik

CIA-Spitze geht

Nach dem Rückzug von CIA-Chef George Tenet will auch der "Chefspion" des US-Geheimdienstes, James Pavitt, abtreten. Oppositionspolitiker hatten seit langem zumindest Tenets Rücktritt gefordert.

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Viele hielten den Rücktritt des CIA-Chefs für überfällig


James Pavitt soll die Entscheidung bereits vor drei bis vier Wochen getroffen haben, berichtet der Nachrichtensender CNN. Er gehört der CIA seit mehr als 30 Jahren an und leitete fünf Jahre lang die Geheimdienstoperationen der CIA. Pavitt will im Sommer die CIA verlassen. Sein Vorgesetzter, CIA-Direktor Tenet, war am Donnerstag (4.6.) zurückgetreten. Beiden haben "persönliche Gründe" dafür genannt. Zwischen Tenets Rücktritt und Pavitts Entscheidung bestehe kein Zusammenhang, sagten US-Regierungsbeamte.

Sieben Jahre im Amt

George Tenet genoss das Vertrauen zweier US-Präsidenten. Er war 1997 unter Bushs Vorgänger, Bill Clinton, zum CIA-Chef aufgestiegen. Der Zeitpunkt, nicht aber Tenets Rücktritt selbst, sorgte in Washington für Überraschung. Der Sohn griechischer Einwanderer galt seit längerem als amtsmüde. Präsident Bush würdigte ihn als außerdordentlich starken und fähigen Spitzenbeamten: "George Tenet war die Art von Beamter, mit dem es eine Freude war zusammenzuarbeiten." Tenet sei nicht nur ein fähiger und starker CIA–Chef gewesen, sondern auch ein starker Führer im Kampf gegen den Terror“

Politisch umstritten

Aber Tenet war politisch nicht unumstritten. Spätestens seit es dem CIA nicht gelungen war, die verheerenden Terroranschläge des 11. September 2001 zu verhindern, stand der Geheimdienstchef immer wieder in der öffentlichen Kritik. Diese Kritik verstärkte sich, nachdem CIA-Informationen über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak sich in den Monaten nach der US-Invasion als unzutreffend erwiesen. In einem Buch des Historikers Bob Woodward wird Tenet aus der Zeit vor dem Irakkrieg mit den Worten zitiert, es sei doch eine "klare Sache“, dass der Irak und damit sein Staatschef Saddam Hussein über Massenvernichtunsgwaffen verfüge.

John Kerry, Bushs Herausforderer bei den bevorstehenden Präsidentschafstwahlen, hatte schon während des Vorwahlkampfes den Rücktritt des CIA-Chefs gefordert: "Ich habe schon vor einigen Monaten den Rücktritt von George Tenet verlangt", kommentiert Kerry die Amtsniederlegung. "Ich glaube, dass man in der CIA nicht genügend Verantwortung übernommen hat." Er bedaure das, da er Tenet persönlich kenne, aber so funktioniere nun einmal das Prinzip der Verantwortung.“

Bis zum Sommer bleibt Tenet noch

Tenet hatte die CIA 1997 zu einem Zeitpunkt übernommen, da die Behörde nach Ansicht vieler unterfinanziert, unterbesetzt und veraltet war. Er hatte sich in seiner Amtszeit für die Modernisierung des amerikanischen Geheimdienstes, vor allem im Kampf gegen die weltweiten Terrornetzwerke bemüht.

Auch in den Nahostfriedensprozess hatte sich Tenet einige mal erfolgreich eingeschaltet. Tenet wird noch noch bis zum Sommer als CIA-Chef weiterarbeiten. Danach wird sein jetziger Stellvertreter John McLaughlin die Amtsgeschäfte kommissarisch bis zu den Präsidentschafstwahlen übernehmen.

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