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Fußball

Chronologie des FIFA-Skandals

Der außerordentliche FIFA-Kongress soll den krisengeschüttelten Fußball-Weltverband wieder zurück in ruhigere Gewässer führen - ein chronologischer Rückblick auf die Korruptionsaffäre seit 2010.

2. Dezember 2010: Die FIFA vergibt die WM 2018 an Russland und die Endrunde 2022 an Katar. Kurz vor der Abstimmung werden sechs Mitglieder des Exekutivkomitees gesperrt. Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte aufgedeckt, dass sie ihre Stimmen zum Kauf angeboten hatten.

1. Juni 2011: Joseph Blatter wird zum vierten Mal zum FIFA-Präsidenten gewählt und bringt eine Reformagenda auf den Weg. Wenige Wochen vor der Wiederwahl leitet der Verband eine Untersuchung aufgrund angeblicher rechtswidriger Zahlungen in die Wege.

23. Juni 2011: Mohamed bin Hammam, ehemaliger Präsident des asiatischen Kontinentalverbandes (AFC) und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, wird wegen nachgewiesener Korruption lebenslang gesperrt.

30. April 2013: Die Ethikkommission bestätigt, dass Ex-FIFA-Boss Joao Havelange und die einstigen Exekutivkomitee-Mitglieder Ricardo Teixeira und Nicolas Leoz illegale Zahlungen der Sport-Marketing-Firma ISL angenommen haben.

17. Dezember 2014: Der ehemalige US-Bundesanwalt Michael Garcia tritt als Chefermittler der FIFA zurück, weil er seine Untersuchung der Korruptionsvorwürfe bei den WM-Vergaben 2018 und 2022 von der FIFA für nicht angemessen berücksichtigt hält. Garcia bemängelt "fehlende Führung in der FIFA in diesen Fragen".

27. Mai 2015: Kurz vor Beginn des FIFA-Kongresses in Zürich nimmt die Schweizer Polizei sieben hochrangige Funktionäre fest. Darunter sind auch die beiden FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaiman-Inseln) und Eugenio Figueredo (Uruguay). Zudem werden Jose Maria Marin, Costas Takkas, Eduardo Li, Julio Rocha und Rafael Esquivel verhaftet. Den sieben Festgenommenen, die in die USA ausgeliefert werden sollen, werden Geldwäsche, die Annahme von Bestechungsgeldern sowie Korruption bei WM-Vergaben und TV-Rechten vorgeworfen.

29. Mai 2015: Blatter wird in seine fünfte Amtszeit als FIFA-Präsident gewählt.

2. Juni 2015: Blatter stellt sein Amt für Neuwahlen bei einem außerordentlichen Kongress zur Verfügung. "Ich habe hart für Veränderungen und Reformen gekämpft", sagt Blatter. "Aber ich kann das nicht alleine machen." Der Kongress wird für den 26. Februar angesetzt.

Blatter verlässt nach seiner Rücktritts-Pressekonferenz das Podium. Foto: Reuters

Blatter verlässt nach seiner Rücktritts-Pressekonferenz das Podium

3. Juni 2015: Das langjährige Exekutivkomitee-Mitglied Chuck Blazer sagt, dass er und mehrere Kollegen Bestechungsgelder bei der Vergabe der Fußball-WM 2010 in Südafrika akzeptiert hätten.

9. Juli 2015: Die FIFA-Ethikkommission sperrt Blazer lebenslang.

17. September 2015: Blatters rechte Hand, FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke, wird von allen Aufgaben entbunden. Er soll vom Ticketverkauf für Weltmeisterschafts-Endrunden persönlich profitiert haben.

25. September 2015: Die Schweizer Justiz-Behörden eröffnen ein Ermittlungsverfahren gegen Blatter. Ihm wird unter anderem "eine treuwidrige Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken im Februar 2011 zu Lasten der FIFA" an UEFA-Präsident Michel Platini vorgeworfen. Platini, der zu diesem Zeitpunkt noch als Thronfolger Blatters gilt, betont, es habe sich um eine legale Zahlung gehandelt, und er habe nichts falsch gemacht.

29. September 2015: Die Ethikkommission des Weltverbands sperrt Ex-FIFA-Vizepräsident Jack Warner wegen Korruption lebenslang.

2. Oktober 2015: Vier der fünf FIFA-Topsponsoren (nur Adidas ist nicht dabei) fordern Blatter auf, mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Der Schweizer winkt ab und hält an seinem Plan fest, dass sein Nachfolger im Februar 2016 gewählt wird.

8. Oktober 2015: Blatter, Platini und Valcke werden von der Ethikkommission vorläufig für 90 Tage suspendiert. Der ehemalige südkoreanische FIFA-Vize-Präsident Chung Mong-Joon wird zeitgleich für sechs Jahre gesperrt. Blatter soll gegen den Ethikcode verstoßen haben. FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou aus Kamerun übernimmt interimsweise Blatters Amtsgeschäfte.

21. Oktober 2015: Die Ethikkommission erhebt Anklage gegen Franz Beckenbauer wegen mangelnder Zusammenarbeit mit dem Gremium.

24. November 2015: Die Ethikkommission beantragt eine lebenslange Sperre für Platini. Einen entsprechenden Antrag bestätigt der Anwalt des Franzosen.

3. Dezember 2015: Im Vorfeld der Sitzung des Exekutivkomitees in Zürich verhaftet die Polizei auf Antrag der US-Justiz zwei weitere hochrangige Funktionäre: Juan Angel Napout aus Paraguay, Präsident des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL und CONCACAF-Chef Alfredo Hawit aus Honduras. Erneut geht es um organisiertes Verbrechen, Geldwäsche und Betrug. US-Justizministerin Loretta Lynch legt eine Liste von 16 Fußballfunktionären aus Mittel- und Südamerika vor, gegen die wegen Korruptionsverdacht ermittelt wird.

4. Dezember 2015: Drei weitere Verdächtige, die auf der US-Liste stehen, werden verhaftet: zwei in ihren Heimatländern, einer im Urlaub in Florida auf einem Kreuzfahrtschiff.

8. Dezember 2015: Platinis Einspruch gegen seine Suspendierung durch die FIFA-Ethikkommission wird vom obersten Sportgerichtshof, dem CAS, abgeschmettert. Begründung: Platini entstehe "kein irreparabler Schaden".

21. Dezember 2015: Die FIFA-Ethikkommission sieht ein Fehlverhalten von Blatter und Platini als erwiesen an und sperrt beide Top-Funktionäre für acht Jahre. Hintergrund ist eine dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro Blatters an Platini. Zudem erhalten beide Geldstrafen. Platini muss somit seine Kandidatur auf das Amt des FIFA-Präsidenten abhaken.

Blatter nach der Verkündung der Sperre gegen ihn. Foto: Getty Images

Gezeichnet, nicht nur wegen des Pflasters: Blatter nach der Verkündung der Sperre gegen ihn

7. Januar 2016: Platini zieht seine Bewerbung um den FIFA-Chefposten offiziell zurück.

12. Februar 2016: Die FIFA-Ethikkommission sperrt Ex-Generalsekretär Valcke für zwölf Jahre. Der Vorwurf: Amtsmissbrauch und Vernichtung von Beweismitteln.

24. Februar 2016: Die FIFA-Berufungskommission lehnt die Einsprüche Blatters und Platinis gegen ihre Verurteilung ab, reduziert jedoch die Sperren von acht auf sechs Jahre.

9. Mai 2016: Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigt die Sperre Platinis, reduziert sie jedoch auf vier Jahre. Der Franzose spricht von "einer Ungerechtigkeit" und tritt als UEFA-Präsident zurück.

sn, jk/ck (sid, dpa)

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