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Afrika

Chronik: Zentralafrika nach dem Putsch

Ein Jahr nach der Machtübernahme durch Rebellen ist in der Zentralafrikanischen Republik noch immer keine Ruhe eingekehrt. Nun wollen auch die UN Truppen entsenden. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

24.03.2013

Machtwechsel in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR): Nach einem Vormarsch aus dem Norden des Landes erobert die Rebellenallianz Séléka die Hauptstadt Bangui. Rebellenführer Michel Djotodia

ernennt sich selbst zum Staatschef

und löst damit den bisherigen Präsidenten François Bozizé ab, der ins Nachbarland Kamerun flieht. Die Internationale Gemeinschaft reagiert empört: Schon am folgenden Tag verurteilt die ehemalige Kolonialmacht Frankreich die Machtübernahme, die Afrikanische Union schließt die ZAR aus.

31.03.2013

Eine Woche nach dem Putsch bildet Djotodia eine Übergangsregierung, in der er selbst Verteidigungsminister ist. Der gemäßigte Oppositionelle Nicolas Tiangaye wird Premierminister. Zwei Wochen später konstituiert sich ein Nationaler Übergangsrat, der alle politischen Gruppen abbilden soll.

18.08.2013

Michel Djotodia wird als Übergangspräsident vereidigt. Die Übergangsperiode soll 18 Monate dauern. Die Vereinten Nationen sind kritisch und

erwägen eine Intervention

. Die Afrikanische Union hatte bereits im Juli entschieden, 3600 Soldaten zu entsenden.

29.08.2013

Im ganzen Land herrscht Chaos. Die Kämpfe nehmen immer mehr die Form eines

Konflikts zwischen Muslimen und Christen

an. Auch in der Hauptstadt können internationale Truppen keine Sicherheit garantieren. Tausende Zivilisten flüchten auf das Gelände des internationalen Flughafens und legen so den Flugverkehr lahm.

07.12.2013

Anti-Balaka mit Machete Foto: AP Photo/Rebecca Blackwell, File

Verhärtete Fronten zwischen Christen und Muslimen

Das Rote Kreuz meldet bis zu 400 Tote innerhalb von zwei Tagen. Muslimische Séléka-Rebellen gehen auf Christen los, christlich-animistische Anti-Balaka-Milizen massakrieren Muslime. Frankreich ist mit 1600 Soldaten vor Ort - mit dem Ziel, alle Gruppen im Land zu entwaffnen. Die Afrikanische Union verkündet die Verdopplung ihrer Truppenstärke auf 6000 Soldaten. In der neuen Mission Sangaris kämpfen Franzosen und Afrikaner gemeinsam unter einem Mandat des UN-Sicherheitsrats.

10.01.2014

Auf Druck des tschadischen Präsidenten Idriss Déby erklärt Djotodia seinen Rücktritt und setzt sich nach Benin ab. Im Bund mit anderen Ländern aus der Region und Frankreich hatte der Tschad Djotodia Tatenlosigkeit vorgeworfen. Er habe die Rebellen nicht unter Kontrolle. In einem Versuch, seine Macht zu erhalten, hatte Djotodia sich zuvor von der Séléka distanziert und im September ihre Auflösung erklärt. Premier Tiangaye tritt ebenfalls zurück.

20.01.2014

Der Nationale Übergangsrat wählt die bisherige Bürgermeisterin von Bangui zur Übergangspräsidentin.

Catherine Samba-Panza

soll das Land auf freie Wahlen vorbereiten, die frühestens Anfang 2015 stattfinden sollen. Sie appelliert an alle Rebellengruppen, ihre Waffen niederzulegen. Ihre mütterliche Art werde aber zur Befriedung nicht reichen,

prognostizieren Experten

. Tage später gibt es neue Kämpfe.

14.02.2014

Zentralafrikanische Republik Interimspräsidentin Catherine Samba-Panza 23.01.2014 Foto: REUTERS/Siegfried Modola

Catherine Samba-Panza bei ihrer Vereidigung am 23. Januar

Die Europäische Union will 1000 Soldaten nach Zentralafrika schicken. Doch die

Umsetzung erweist sich als schwierig

. In den nächsten Wochen ringen die Mitgliedsstaaten in Brüssel darum, wer die Truppen stellen soll. Deutschland kündigt an, sich mit einem Lazarettflugzeug beteiligen zu wollen. Anfang März teilt UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon dem Sicherheitsrat seine Pläne für eine UN-Mission in dem Land mit, die 10.000 Soldaten umfassen soll. Mit einem Beginn der Mission sei aber frühestens im Herbst zu rechnen, so Ban.

14.03.2014

Zum ersten Mal seit zehn Jahren will Deutschland die ZAR wieder finanziell unterstützen. Zehn Millionen Euro Nothilfe kündigt Entwicklungsminister Gerd Müller an, der das Land als erster deutscher Minister nach dem Putsch bereist. Der Großteil des Geldes soll in Ernährungssicherung und Infrastruktur fließen. Berlin hatte seine Hilfszahlungen bereits 2004 wegen schlechter Regierungsführung ausgesetzt. "Wir können und dürfen um dieses Problem keinen Bogen machen ", sagt

Müller im DW-Interview

. Indessen bahnt sich in der Zentralafrikanischen Republik eine Hungersnot an.

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