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Kultur

Christo und Jeanne-Claude werden 70

Es gibt nichts, was sie nicht verpacken könnten. Jetzt werden aber für sie Geschenke eingepackt. Christo und Jeanne-Claude feiern ihren 70. Geburtstag.

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Herzlichen Glückwunsch!

Am selben Tag und zur selben Stunde wurden sie geboren: Am 13. Juni 1935 erblickten Christo Jawatschew in Gabrowo in Bulgarien und Jeanne-Claude de Guillebon in Casablanca das Licht der Welt. Berühmt auf der ganzen Welt ist das Künstlerehepaar unter seinem Namen Christo und Jeanne-Claude. Montag (13.6.2005) haben die beiden ihren 70. Geburtstag gefeiert.

Heute lebt das Paar in New York, hat erst im Februar seine letzte Großinstallation mit über fünf Millionen Besuchern durchgezogen und bereitet schon sein nächstes Projekt vor, von dem man bereits jetzt sagen kann, dass es mit Sicherheit in jeder Beziehung astronomisch werden wird. Was immer Christo und Jeanne-Claude auch machen: Es kostet Millionen und zieht Millionen Zuschauer an.

Das künstlerische Gesamtwerk ist groß. Deutschland verbindet mit dem Paar zuallererst das Projekt "Wrapped Reichstag" im Sommer 1995. Nachdem der Deutsche Bundestag 1991 beschlossen hatte, zukünftig wieder in Berlin und zwar im alten Reichstagsgebäude zu tagen, dieser aber erst noch renoviert werden musste, gelang es Christo und Jeanne-Claude, ihren seit 1981 verfolgten Traum zu verwirklichen.

Ein langer Weg

Beide schauen auf ein bewegtes Leben zurück. Als Christo neun Jahre alt ist, marschiert in Bulgarien die Rote Armee ein und errichtet eine kommunistische Regierung. 1953 beginnt er zunächst ein Studium an der Akademie der schönen Künste, doch kann er hier wegen des sozialistischen Lehrplans seine Fähigkeiten nicht entfalten. 1957 flieht er aus Bulgarien, lebt zunächst in Wien und studiert auch dort an der Akademie der schönen Künste. Nach einem Aufenthalt in Genf geht er schließlich nach Paris, wo er sich mit Porträtmalerei, die er selbst als Prostitution bezeichnet, gerade so eben über Wasser halten kann.

Im Jahre 1958 dann kommt es zu Christos erster "Verhüllung", damals allerdings nur eine leere Farbdose.

Jeanne-Claude geb. de Guillebon wächst in den Wirren der Kriegsjahre zunächst bei der Familie ihres Vaters auf und lebt später bei ihrer Mutter, die nach dem Krieg den französischen General Jacques de Guillebon heiratete.

Christo und Jeanne-Claude lernen sich kennen, nachdem Jeanne-Claudes Mutter bei Christo ein Portrait in Auftrag gegeben hat. Nach schwierigen Jahren ohne finanzielle Mittel, aber mit einem unehelichen Kind, heiraten die beiden am 28. November 1962.

Karriere in New York

Der verhüllte Reichstag

1995 wird der Reichstag eingepackt. Wenig später packen die Abgeordneten und ziehen nach Berlin

Gemeinsam gehen sie 1964 nach New York, wo Christo seinen Durchbruch erlebt, in namhaften Galerien ausstellt und weitere Verhüllungsprojekte angeht. Diese werden bald sein Markenzeichen, und im Laufe der Jahre entstehen über 30 solcher Installationen. Die bekanntesten sind die Verhüllung der Pariser Brücke Pont Neuf, des Reichstages und die Installation "The Gates" im Central Park in New York.

1995 erhielten Christo und Jeanne-Claude gemeinsam den Kunstpreis Praemium Imperiale. Sie leben noch heute in demselben Haus, in das sie 1964 einzogen, mitten in New York. Verändert hat sich dort - mit Ausnahme der Eigentumsverhältnisse - wenig.

Den Sinn seiner Kunst hat Christo einmal beschrieben: "Grundidee all dieser Aktionen ist es, den Wert von Objekten und Landschaften wieder bewusst zu machen." Der Grund ihrer Projekte sei die Befassung mit dem öffentlichen Raum und die Vereinigung der Elemente von Architektur und städtischem Leben. Dies verursache sanfte Störungen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Probleme Christo und Jeanne-Claude bei ihren Großprojekten meistern mussten und was das Künstlerpaar als nächstes plant.

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