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Afrika

Christen fliehen vor militanten Islamisten

Die fortdauernden Angriffe radikaler Islamisten im Nordosten Nigerias haben hunderte Christen in die Flucht getrieben. Binnen zwei Tagen waren rund 30 Christen bei Attentaten getötet worden.

Gespräch zwischen einem nigerianischen Moslem und einem Christen 2005 (Archivfoto: AP)

Bild aus vergangener Zeit: Gespräch zwischen einem nigerianischen Moslem und einem Christen 2005

Nach der Serie blutiger Anschläge auf christliche Einrichtungen im Nordosten Nigerias sind hunderte Christen aufgebrochen, um die Region zu verlassen. Die Flüchtlinge machten sich auf den Weg in den Süden des afrikanischen Landes, wie Anwohner und ein Rot-Kreuz-Mitarbeiter berichten.

Der Führer einer christlichen Dachorganisation kündigte derweil an, die Mitglieder seiner Organisation würden sich nun selbst verteidigen. "Wir haben entschieden, Wege auszuarbeiten, wie wir uns selbst schützen können", sagte Pastor Ayo Oritsejafor von der Christlichen Gesellschaft Nigerias. Damit steigt die Gefahr einer Eskalation der Gewalt durch Racheakte. Zur Beruhigung der Lage rief der Bundesstaat Adawama eine 24-stündige Ausgangssperre aus. Adawama war in den vergangenen Tagen Zentrum der blutigen Übergriffe.

Neuer Gewaltausbruch nach Ablauf eines Ultimatums

Bereits seit Weihnachten sorgt die radikal-islamische Sekte Boko Haram in Nigeria für Angst und Schrecken. Die Sekte will im gesamten Land das islamische Recht, die Scharia einführen. Nach einer ersten Anschlagsserie über Weihnachten hatte Boko Haram den Christen zu Wochenbeginn ein Ultimatum gestellt. Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen, sonst würden weitere Angriffe folgen.

Nach Ablauf des Ultimatums machte die Sekte ernst - und setzte ihre Serie blutiger Anschläge fort. Seit Donnerstagabend wurden dabei insgesamt etwa 30 Christen getötet. Der folgenschwerste Überfall ereignete sich in Mubi im Bundesstaat Adamawa. Nach Angaben von Bewohnern stürmten Bewaffnete dort ein Haus und töteten mindestens 17 christliche Trauergäste, die von einem am Vorabend bei einem Überfall Getöteten Abschied nehmen wollten.

Autor: Frank Wörner (dpa, afp, dapd, rtr)
Redaktion: Michael Wehling

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