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Aktuell Welt

Cholera in Havanna

Tagelang waren Gerüchte im Umlauf. Jetzt haben Kubas Behörden mehr als 50 Fälle der bakteriellen Infektionskrankheit bestätigt. Oppositionelle kritisieren die Informationspolitik der kommunistischen Regierung.

Der Ausbruch der Cholera sei vom 6. Januar an bemerkt worden, teilte das kubanische Gesundheitsministerium mit. Ob es Todesfälle gibt, ist unklar. In einem Artikel der offiziellen Zeitung "Granma" heißt es, Auslöser sei eine Infektion bei einem Lebensmittelverkäufer gewesen.

Die aktuellen Fälle wurden nach bisherigen Erkenntnissen in dem Stadtteil Cerro festgestellt. Der Lebensmittelhändler soll sich die Infektion in anderen Regionen des Landes zugezogen haben. Die Bewohner wurden aufgefordert, auf Hygienevorschriften zu achten.

Laut früheren, unbestätigten Berichten von unabhängigen Journalisten soll es in den letzten Wochen zu Hunderten von Cholera-Erkrankungen in der Millionenstadt Havanna sowie den umliegenden Provinzen gekommen sein. Auch von Todesfällen wurde berichtet.

Doch nicht ausgerottet

Die oppositionelle Bloggerin Yoani Sánchez warf der sozialistischen Regierung vor, das Leben der Hauptstadtbewohner zu gefährden. "Das Gesundheitsministerium hat erst dann informiert, als es unmöglich war, die Epidemie zu verschweigen", schrieb Sánchez aus Havanna per Twitter. Demnach waren bereits vor Tagen im Hauptstadtbezirk Cerro Restaurants und Straßenstände von den Behörden geschlossen worden, ohne dass über den Grund dafür informiert wurde.

Nach der Revolution von 1959 hatte die Regierung die Krankheit für ausgerottet erklärt. Im vergangenen Sommer trat sie im Osten Kubas erstmals wieder auf. Von 400 Fällen war die Rede. Drei Menschen starben. Eingeschleppt wurde sie vermutlich aus dem benachbarten Haiti. Damals warf Präsident Raúl Castro der ausländischen Presse vor, den Ruf des kubanischen Gesundheitssystems durch eine "Propagandakampagne" zu schädigen.

uh/sti (dpa,rtr,epd)

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