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Wirtschaft

Chinas Geld geht in die Welt

Während sich die Anzeichen für ein deutliches Abkühlen der chinesischen Konjunktur mehren, erhöhen Unternehmen aus der Volksrepublik ihre Investitionen im Ausland. Besonders nach Europa fließt viel chinesisches Geld.

Die Chinesische Auslandsinvestitionen (ODI - outbound non-financial direct investments) haben in den ersten vier Monaten dieses Jahres einen Umfang von 30,72 Milliarden Euro erreicht - das ist eine Steigerung von 36,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresszeitraum. Das teilte das chinesische Handelsministerium am Freitag mit.

Dabei stieg das Volumen der Investitionen in Deutschland um 246 Prozent auf aktuell 184,5 Millionen Euro. Ministeriumssprecher Shen Danyang sagte dazu, dass sich die deutsche und die chinesische Wirtschaft "gut ergänzten". Peking werde daher weitere ODIs nach Deutschland "ermutigen und unterstützen".

Die Investitionen Chinas in der gesamten Europäischen Union seien sogar um 487 Prozent gestiegen, so das Ministerium. Das habe vor allem an einem Erdölgeschäft mit den Niederlanden gelegen. Die Investitionen in die USA seien dagegen im gleichen Zeitraum nur um ein Drittel (33,5 Prozent) gestiegen. Der Sprecher wollte dazu keine erklärenden Angaben machen.

Daheim sieht es nicht so gut aus

In China selbst mehren sich dagegen die Anzeichen für eine weitere Abkühlung der Konjunktur. Die Investitionen in Maschinen, Gebäude, Grundstücke und andere Sachanlagen legten von Januar bis April mit zwölf Prozent so wenig zu wie seit fast 15 Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt in Peking am Mittwoch mitteilte. Die Industrieproduktion wuchs im April zum Vorjahr um 5,9 Prozent und blieb damit leicht hinter den Erwartungen zurück.

Dies gilt auch für die Einzelhandelsumsätze, die um zehn Prozent stiegen und damit weniger stark als im März. Das sind schlechte Nachrichten für die staatlichen Wirtschaftslenker, die dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von sieben Prozent anpeilen.

Diese Rate wurde im ersten Quartal gerade noch erreicht. Doch die enttäuschenden Daten sind ein schlechtes Omen für die Konjunkturaussichten im Frühjahr. Viele Experten erwarten daher, dass die kommunistische Führung die Wirtschaft mit weiteren Maßnahmen anschieben wird. Zuletzt hatte die Notenbank zum dritten Mal binnen sechs Monaten die Zinsen gesenkt. Im vergangenen Jahr hatte sich das Wirtschaftswachstum auf 7,4 Prozent abgekühlt. Das war das geringste Plus seit 24 Jahren.

dk/bea (afp/rtr)