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Wirtschaft

China: Wirtschaftswachstum ausgebremst

Als wirtschaftsstärkstes Schwellenland ist China ein Motor der Weltkonjunktur - seine Wirtschaftsdaten haben daher globale Bedeutung. Heute wird bekannt, dass das Wachstumstempo in China deutlich nachlässt.

"Wir sind mit einer schwierigen internationalen Lage konfrontiert, und unsere Wirtschaft steht unter einem zunehmenden Abwärtsdruck." Mit diesen Worten kommentierte das chinesische Statistikamt am Mittwoch in Peking die aktuellen Konjunktur-Parameter der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die gaben im ersten Quartal Anlass zu Sorge.

Den aktuellen Zahlen zufolge ist Chinas Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres um 7,0 Prozent gewachsen. Im Vierteljahr davor verzeichnete das Land noch ein Wachstum von 7,3 Prozent, so das Statistikamt. Seit der Finanzkrise hatte China keinen so schwachen Zuwachs in einem Quartal mehr verkraften müssen. Lediglich im ersten Vierteljahr 2009 fiel das Wachstum mit 6,6 Prozent noch geringer aus.

Gerade noch auf Kurs

Bislang war die Außenwirtschaft ein Wachstumstreiber für die größte Handelsnation der Welt. Aber im März waren die Ausfuhren unerwartet stark um 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Die Einfuhren gingen um 12,3 Prozent zurück. Die schwache Weltkonjunktur ist auch in China zu spüren. Gleichzeitig treibt die starke chinesische Währung gegenüber dem Euro die Exportpreise im Geschäft mit der Europäischen Union, Chinas größtem Handelspartner, in die Höhe.

Allerdings befindet sich China mit den jüngsten Wachstumszahlen noch auf dem von Regierungschef Li Keqiang vorgegebenen Kurs. Li hat für 2015 ein Wachstumsziel von 7,0 Prozent ausgegeben.

Angst vor sozialen Unruhen

Chinas Wachstumszahlen sind im Vergleich zu Europa oder den USA noch immer sehr hoch. Allerdings steckt China als Schwellenland mitten in einer Umbauphase seiner Wirtschaft. Die Regierung braucht hohe Wachstumszahlen von fünf oder sechs Prozent, damit genug neue Arbeitsplätze entstehen und sie den Spielraum für ihre Reformen nutzen kann.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die kommunistische Regierung fürchtet, dass es bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit zu Unruhen kommen könnte.

dk/zdh (dpa/rtr)