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Aktuell Asien

China und Indien wollen "asiatisches Jahrhundert"

Die Beziehungen zwischen China und Indien sind nicht ganz einfach, der Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping könnte das Verhältnis entkrampfen. Mit im Gepäck: Milliarden für die indische Infrastruktur.

China und Indien teilen sich eine 4000 Kilometer lange Grenze und machen gemeinsam etwa ein Drittel der Weltbevölkerung aus. Ganz konfliktfrei ist die Beziehung der beiden Riesenreiche nicht: 1962 führten die Länder einen kurzen Krieg um die gemeinsame Grenze in der Himalaya-Region. Der Streit ist nach wie vor nicht gelöst, vor allem von chinesischer Seite soll es immer wieder zu

Übertritten in Gebiete gekommen sein

, die von Indien beansprucht werden. Ein weiterer Konflikt droht wegen einiger chinesischer Staudammprojekte am Brahmaputra

Doch die Zeichen stehen auf Annäherung: Chinas Präsident Xi Jinping ist auf Staatsbesuch in Indien und wurde von Premierminister Narendra Modi in dessen Heimatstadt Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat empfangen. Gemeinsam wollen die beiden Länder mehr Einfluss auf das Weltgeschehen nehmen. "Wenn China und Indien zusammenarbeiten, wird ein asiatisches Jahrhundert mit Wohlstand und Erneuerung sicher sehr bald beginnen", schrieb Xi Jinping in einem Beitrag für die indische Zeitung "The Hindu".

China will Milliarden investieren

Der chinesische Präsident stellte Investitionen in die Infrastruktur Indiens in Aussicht. Chinas Generalkonsul in Mumbai, Liu Youfa, sprach in der "Times of India" von einer Gesamtsumme von 100 Milliarden Dollar. Das Geld wird dringend benötigt: Der neue Ministerpräsident Modi hat die Modernisierung der indischen Eisenbahn zur Priorität erklärt und

hofft auf chinesische Investitionen

beim Bau der ersten indischen Hochgeschwindigkeitsstrecken. Sie sollen Bangalore im Osten mit Chennai und nordwestlich mit Mumbai verbinden. Doch nicht alle Gelder sind willkommen: China will auch in Hafenanlagen und Telekommunikation investieren, diese werden in Indien aber als sicherheitsrelevant betrachtet, mögliche Investitionen treffen daher auf starke Vorbehalte - auch in Modis eigener Partei, der BJP.

China ist Indiens wichtigster Handelspartner. Das Handelsvolumen beider Länder beträgt 65 Milliarden Dollar, allerdings wuchs das Defizit auf Seiten Indiens in den vergangenen zehn Jahren von einer auf 40 Milliarden Dollar. Diese negative Handelsbilanz soll nach Angaben des indischen Außenministeriums bei dem Treffen auch angesprochen werden.

Xi Jinping wirbt für "maritime Seidenstraße"

Ganz harmonisch dürfte der Besuch auch aus einem anderen Grund nicht werden: Die expansionistische Außenpolitik Chinas, die auf Inseln im Pazifik immer wieder für Ärger sorgt, bereitet den Indern Kopfzerbrechen. Ehe Xi Jinping nach Indien flog, machte er Abstecher auf die Malediven und Sri Lanka. Dort, quasi im Hinterhof Indiens, versprach er weitere Häfen, Brücken und Flughäfen. Und er warb auch für die Errichtung einer neuen "maritimen Seidenstraße" im Indischen Ozean.

ab/rb (afp, dpa)