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Politik

China fordert Kompromiss im Atomstreit

China will die festgefahrenen Atomgespräche mit Nordkorea retten und schlägt einen Kompromiss vor, nach dem Nordkorea die zivile Nutzung von Atomenergie erlaubt sein soll. Doch Nordkorea will mehr.

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Kenichiro Sasae von der japanischen Delegation vor Journalisten

Zuletzt hatten sich die Sechs-Nationen-Gespräche zwischen China, Nordkorea, Japan, Russland, den USA und Südkorea die Forderung Nordkoreas nach einem Leichtmetallreaktor gedreht. Als sich in den seit Dienstag andauernden Gesprächen ein Stillstand zwischen Nordkorea und den USA abzeichnete, schlug China am Freitag (16.9.2005) den Kompromiss vor.

"Ausgewogenes" Dokument

Russlands Unterhändler, der stellvertretende Außenminister Alexander Alexejew, sagte laut der Nachrichtenagentur Interfax, der Entwurf erwähne das Recht auf "friedliche Atomtechnologie" und den möglichen Bau eines Leichtwasserreaktor in der Zukunft. Der Kompromiss könne beide Seiten zufrieden stellen. Er nannte das Dokument "ausgewogen". Nordkorea äußerte sich indes bereits ablehnend. "Wir werden unser Atomprogramm nie aufgeben", bevor die atomare Bedrohung der koreanischen Halbinsel seitens der USA nicht beseitigt sei, sagte der Sprecher Pjöngjangs, Hyun Hak Bong, vor Reportern. Alexejew sagte, die an den Gesprächen beteiligten Staaten wollten den Entwurf mit ihren Hauptstädten erörtern und am Samstag erneut zusammentreffen. Eine gemeinsame Erklärung der Diplomaten wäre ein Durchbruch bei den festgefahrenen Sechs-Parteien-Gesprächen, die in dieser Woche in Peking nach mehrwöchiger Pause wieder aufgenommen worden waren.

Hill gegen Leichtwasserreaktor

Zuvor hatte Nordkorea bei den Gesprächen die Forderung erhoben, den Leichtwasserreaktor zur Stromherstellung geliefert zu bekommen. Nach Aussage des Leiters der US-Delegation, Christopher Hill, sind dazu weder die USA noch andere Teilnehmer der Gespräche bereit. Hill sagte, es koste zwischen 1,6 und 2,5 Milliarden Euro einen Leichtwasserreaktor zu bauen und dauere ungefähr zehn Jahre. Nordkorea solle seiner Meinung nach das Strom- Angebot Südkoreas annehmen. Das Nachbarland hatte vorgeschlagen, Stromkabel über die Grenze nach Nordkorea zu legen.

Atomverhandlungen in Peking mit Nordkorea

Christopher Hill (re) in Peking

Hill traf am Freitag zu einem 20-minütigen Gespräch mit seinem nordkoreanischen Kollegen Kim Kye Gwuan zusammen. Hill appelierte an China, Nordkorea davon zu überzeugen, das vorliegende Angebot zur Entschädigung mit Wirtschafts- und Energiehilfen sowie politischer Anerkennung und Normalisierung anzunehmen. Hill sagte, eine Einigung über die Vernichtung von Nordkoreas "schrecklichen Waffen" müsse erzielt werden, bevor man sich um andere Forderungen kümmern könne. Nordkorea fordert seinerseits zuerst Hilfeleistungen und diplomatische Anreize sowie die Garantie, zivile Atomkraft nutzen zu dürfen. (chr)

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