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Deutschland

Chaos - zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Schneemassen und Eis sorgen in Deutschland weiterhin für Verkehrsprobleme. Reisende leiden unter rutschigen Fahrbahnen und überfüllten Zügen. Fluggäste müssen häufig warten - manchmal auch länger.

Verkehrschaos: Schnee und Eis auf Deutschlands Straßen (Foto: dpa)

Verkehrschaos: Schnee und Eis auf Deutschlands Straßen

Auf dem Frankfurter Flughafen ging am Dienstagmorgen (21.12.2010) für mehrere Stunden nichts mehr. Wegen heftiger Schneefälle mussten Flugzeuge unter anderem nach München oder Leipzig umgeleitet werden. Erst am Vormittag waren alle drei Bahnen dann wieder schnee- und eisfrei und in Betrieb. Erneut mussten in Frankfurt mehr als 340 der insgesamt geplanten 1300 Verbindungen annulliert werden.

Ein eingeschneites Flugzeug (Foto: AP)

Flugzeuge müssen enteist werden

Der Frankfurter Flughafen warf dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vor, nicht rechtzeitig vor den Schneefällen in der Nacht zum Dienstag gewarnt zu haben. Der DWD wies die Kritik zurück und erklärte, man habe am Montagabend sehr wohl gewarnt, dass der Schnee stärker ausfallen könnte, als ursprünglich angenommen.

Auch in München, wo am Dienstagvormittag Tauwetter herrschte, fielen 50 Flüge aus. Vor allem die Schließung in Frankfurt am frühen Morgen sei der Grund für den Großteil der Annullierungen, sagte ein Flughafensprecher in München. Der Verkehr dort wird vom Geschehen in Frankfurt, London, Amsterdam und Brüssel beeinflusst.

Ausblick auf weiße Weihnachten

Eis und Schnee an einer Lokomotive am verschneiten Bahnsteig (Foto: dapd)

Bahnverkehr bei Eis und Schnee

Im Bahnverkehr wird es wegen des Winterwetters weiterhin Verspätungen, aber keine Zugausfälle mehr geben. Dennoch sei es noch zu früh, von einer Entspannung der Situation zu reden, sagte ein Bahn-Sprecher am Dienstagmittag in Berlin. Für die Hochgeschwindigkeitszüge ICE gelte weiterhin das Tempolimit 200. Auf Schnellstrecken sind die Züge sonst mit 230 bis 300 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Beeinträchtigt ist bundesweit auch der Straßenverkehr. In Rheinland-Pfalz wurde der Busbetrieb teilweise eingestellt. Chaos herrschte auch auf den Straßen in Bayern. Zu Staus und Verzögerungen wegen heftiger Schneefälle kam es zudem wieder in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Hamburger Hafen mussten erstmals Eisbrecher eingesetzt werden.

Für die Weihnachtstage rechnen die Meteorologen mit weiteren Schneefällen. Gleichzeitig erwarten sie Luftmassengegensätze zwischen kalter Luft im Norden und wärmerer Luft im Süden. Die Chancen auf eine geschlossene Schneedecke in Deutschland könnten bei 80 Prozent liegen.

Europaweite Probleme

Wartende Passagiere in London Heathrow (Foto: AP)

Wartende Passagiere in Heathrow

Das Winterwetter hat auch zu Störungen in anderen europäischen Ländern geführt. London-Heathrow, der größte europäische Flughafen, war am Dienstag den vierten Tag in Folge weitgehend lahmgelegt. An den fünf Terminals herrschte Chaos, nur 30 Prozent der Flüge konnten abgewickelt werden. Auch hier steht nur eine der beiden Start- und Landebahnen zur Verfügung. Auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle kam es ebenfalls zu zahlreichen Verspätungen.

Dabei zieht Schneechaos auf einem größeren Flughafen unweigerlich Störungen auf anderen Airports nach sich - die Flughafenbetreiber sprechen sinnigerweise von einem "Schneeball-Effekt". So mussten am Dienstag auch in Hamburg Flüge gestrichen werden, weil Landungen auf den Zielflughäfen London beziehungsweise Frankfurt nicht möglich waren.

Unterdessen hat die EU-Kommission das Schneechaos auf Europas Flughäfen scharf kritisiert. Der für Verkehr zuständige Kommissar Siim Kallas nannte die Vorfälle inakzeptabel. Er kündigte für die kommenden Tage ein Treffen mit Verantwortlichen der Flughäfen an, um von ihnen Erklärungen zu verlangen. Die Flughafenbetreiber müssten sich gegen Schnee und Eis besser wappnen. Andernfalls behalte sich die Kommission vor, Gesetze für Mindestanforderungen an Flughäfen zu erlassen.

Autor: Hartmut Lüning (dpa, dapd, afp)
Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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