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Aktuell Deutschland

Chaos am Mainzer Hauptbahnhof

Seit Tagen gibt es am Mainzer Hauptbahnhof chaotische Zustände. Nun zieht Bahnchef Grube einem Zeitungsbericht zufolge personelle Konsequenzen - demnach muss ein Bahn-Manager gehen.

Das Wirrwarr am Mainzer Hauptbahnhof hat offenbar personelle Konsequenzen bei der Bahn. Wie die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, wird der Vorstand Produktion der DB Netz AG, Hansjörg Hess, von seinen Aufgaben entbunden. Der Schritt sei schon seit längerer Zeit geplant gewesen, die aktuellen Ereignisse in Mainz hätten die Ablösung jedoch beschleunigt, hieß es dem Blatt zufolge. Ein Bahn-Sprecher sagte dazu auf Anfrage: "Personalien kommentieren wir nicht."

Der Hauptbahnhof Mainz wird Chefsache

Am Freitag hatte sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wegen der massiven Probleme mit Zugausfällen eingeschaltet. Ramsauer habe die Schwierigkeiten in Mainz zur Chefsache gemacht und mit Bahnchef Rüdiger Grube telefoniert, hieß es aus dem Verkehrsministerium.

Haupteingang des Mainzer Hauptbahnhofes, Foto: dpa

Hinter der schönen Fassade des Mainzer Hauptbahnhofes herrscht Chaos

Seit einer Woche fallen viele Züge im Mainzer Hauptbahnhof aus oder werden umgeleitet. Knapp die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter für das Stellwerk ist krank oder im Urlaub. Die Probleme für Fern- und Regionalzüge werden bis mindestens Ende August dauern. Sie verschärfen sich ab Montag sogar noch: Dann gibt es auch tagsüber massive Einschränkungen, nicht nur abends und nachts.

Für die Bundesliga wird das Chaos etwas gebremst

Zumindest für das Fußball-Bundesligaspiel Mainz-Stuttgart am Sonntag wird das Chaos für einige Stunden aber etwas gebremst. Die Deutsche Bahn setzt wegen des Sportereignisses außer einem Sonderzug auch mehr S-Bahnen ein. Zudem springt nach Angaben einer Bahnsprecherin ein Fahrdienstleiter ein, so dass es für einen kurzen Zeitraum personelle Verstärkung gibt.

Im Bundesverkehrsministerium löste das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof großes Unverständnis aus. Es müsse sichergestellt werden, dass die Situation in Mainz ein Einzelfall bleibe. Die Probleme würden auch den Bahn-Aufsichtsrat bei der nächsten Sitzung beschäftigen, hieß es aus dem Ministerium. Staatssekretär Michael Odenwald schrieb der Bahn, die weitgehende Abkopplung des Mainzer Hauptbahnhofes sei "nicht akzeptabel". Die Bahn solle prüfen, ob Mitarbeiter aus dem Urlaub geholt oder von anderen Standorten aus eingesetzt werden könnten. Dies hatte die Bahn zuvor aber bereits verneint und zudem betont, das Stellwerk in Mainz sei sehr komplex.

Einladung zum Bahngipfel

In Rheinland-Pfalz haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Verkehrsminister Roger Lewentz (beide SPD) für kommenden Dienstag Bahn, Gewerkschaft, Fahrgastverband und andere zu einem Bahngipfel in die Landeshauptstadt Mainz eingeladen. Lewentz schrieb vorab an Ramsauer, der Bundesverkehrsminister trage "die politische Verantwortung" für die Deutsche Bahn.

haz/gri (dpa, rtr)

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