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Wirtschaft

CeBIT bietet Startups eine eigene Plattform

Frischer Wind auf der Computermesse CeBIT: Die Traditionsmesse in Hannover stellt 50 jungen Internet-Unternehmen eine eigene Halle zur Verfügung. Die hoffen nun, dass ihre Geschäftsideen Gefallen finden.

Wer auf der diesjährigen CeBIT in die Halle 16 kommt, wird auf den 3 500 Quadratmetern etwas völlig Ungewohntes finden: Ein einziger großer Stand, gebildet aus überdimensionalen, silberfarbenen Buchstaben und Formen, vermittelt so etwas wie Werkstattatmosphäre, Frische und Aufbruch. Hier finden sich keine Krawatten und keine dunklen Anzüge – Jeans und bunte T-Shirts bestimmen das Bild.

50 junge Startup-Unternehmer haben hier zum ersten Mal Gelegenheit, ihre Ideen vorzustellen – dank der Deutschen Messe AG, dem IT-Branchenverband Bitkom und einiger Sponsorfirmen. Die 50 Teilnehmer bei “Code_n“, so nennt sich die internationale Innovationsoffensive, haben eine erste Hürde gemeistert - die erste Auswahl in einem Startup-Wettbewerb, an dem sich im Herbst 2011 mehr als 400 Firmen aus 42 Ländern beteiligt hatten.

Code_n wurde von Ulrich Dietz, selbst Unternehmer und Vorstandsvorsitzender der GFT Technologies AG, ins Leben gerufen. “Neues braucht Freunde“, sagt Dietz zur DW. "Junge Unternehmen brauchen Freunde, die ihnen helfen, ihre Geschäfte nach vorne zu bringen. Und die CeBIT als weltweit größte IT-Messe ist eigentlich eine gute Plattform, um so etwas stark  zu pushen.“

Apps für neue Geschäftsmodelle

Erst im Januar erfuhren die Jungunternehmer, dass sie auf der CeBIT ausstellen können. Wie zum Beispiel Carlo Herold, der eine spezielle Applikation für das iPhone und Android-Smartphones entwickelt hat: “Wir bringen die 3D-Welt in die 2D-Welt.“ Mit dieser App können zuvor gerenderte Objekte überall dreidimensional dargestellt werden. Interessant zum Beispiel für Architekten, die ihren Kunden das künftige Haus dreidimensional vorführen wollen, und gedacht für alle Unternehmen, die ihren Kunden eine räumliche Vorstellung ihrer Produkte geben wollen.

Apps, kleine Programme für das Smartphone, nutzt auch Nils Mahler von “Lingoking“. Mit seiner App kann man sich einen von 2 000 professionellen Dolmetschern ans Telefon holen, wenn man auf einen Menschen trifft, dessen Sprache man nicht spricht. “Der Kunde zahlt pro Minute“, so Mahler zur DW.  „Das ist auch das Innovative: Man muss nicht mehr die Anreise eines Dolmetschers zahlen und einen Tagespreis von 800 Euro, sondern man zahlt wirklich pro Minute, der Startpreis liegt bei 1,69 Euro.“

"Alle wollen etwas bewegen"

Der Berliner Jakob Schreyer hat die Firma “Orderbird“ gegründet, die mit Apple-iPhones und iPads das Bestellen und Bezahlen in der Gastronomie revolutionieren will. “Wir haben bei Gründung unseren ersten Startup-Wettbewerb gewonnen und haben sehr davon profitiert. Man bekommt oft gute Ratschläge, teilweise gibt es auch Preisgeld.“ Der Code_n-Arward werde seine Geschäftsidee in der Gastronomie noch bekannter machen, ist sich Schreyer sicher

Twago - so nennt sich ein Online-Marktplatz, auf dem Unternehmen Projekte veröffentlichen und dafür die passenden freien Mitarbeiter oder Dienstleister finden können. Die Firma tritt als Vermittler auf und bietet einen eigenen Treuhandservice zur Rechnungsabwicklung. Mit 130 000 dieser Freelancer arbeite man bereits zusammen, sagt Twago-Mitarbeiter Daniel Koch, der von der lockeren Atmosphäre in der Halle 16 schwärmt: “Das schöne an der Startup-Atmosphäre ist, dass alle das Gleiche wollen: etwas bewegen, etwas Neues schaffen. Die Stimmung ist unter Startups eine ganz andere als in der klassischen Wirtschaft. Sehr freundlich, sehr kollegial.“

Autor: Rolf Wenkel, z.Zt. Hannover
Redaktion: Henrik Böhme

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