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Deutschland

Castor-Transport nach Lubmin unterwegs

Der Zug mit Atommüll ist seit Mittwochmorgen auf dem Weg von Karlsruhe ins Zwischenlager Nord nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Zuvor musste die Polizei rund 300 Atomkraftgegner von den Gleisen tragen.

Greenpeace-Aktivisten auf den Gleisen versuchten, den Castor-Transport zu stoppen (Foto: dpa)

Greenpeace-Aktivisten auf den Gleisen versuchten, den Castor-Transport zu stoppen

Der mit fünf Castor-Behältern beladene Zug startete am frühen Mittwochmorgen (16.02.2011) von der früheren Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK). Zahlreiche Polizisten sicherten den Atomzug ab, der gegen 3.15 Uhr die Anlage verließ. Kernkraftgegner hatten zu Protestaktionen aufgerufen.

Trotz eines Versammlungsverbots an der Castor-Strecke in Karlsruhe hatten mehrere hundert Atomgegner in der Nacht die Gleise besetzt. Vor dem Start musste die Polizei deshalb im Karlsruher Stadtteil Neureut über 300 Atomkraftgegner von den Gleisen schaffen, die weitgehend friedlich gegen den Transport der rund 60 Tonnen Atommüll demonstriert hatten. Die Polizei nahm die Aktivisten in Gewahrsam und richtete eine Art Wagenburg für sie ein.

Der Zug mit hoch radioaktivem Atommüll rollt durch Karlsruhe (Foto: dapd)

Der Zug mit hoch radioaktivem Atommüll rollt durch Karlsruhe

Schon am Vortag hatten Greenpeace-Aktivisten sich rund neun Stunden lang an die Gleise gekettet. Die Demonstranten hatten sich zuvor neben der Route des Atommüll-Transportes zu einer "Nacht-Tanz-Blockade" versammelt. Kurz vor 23.00 Uhr liefen sie dann spontan zu den Schienen. Die Polizei griff zunächst nicht ein. Kurze Zeit später kam es zu kleineren Rangeleien.

Versammlungsverbot entlang der Strecke

Die Stadt Karlsruhe hatte verfügt, dass am Dienstag und an diesem Mittwoch eine Zone von 50 Metern links und rechts der Straßenbahnstrecke S1 für Demonstranten tabu ist. Von Wiederaufarbeitungsanlage führt die Strecke zunächst auf Stadtbahngleisen durch mehrere Wohngebiete. Die ersten zehn Kilometer der Strecke galten nach Polizeiangaben als besonders kritisch, da der rund 80 Meter lange Zug auf Gleisen der Karlsruher Straßenbahn durch einen dicht bebauten Randbezirk der Stadt fahren musste, bevor er auf das Schienennetz der Bundesbahn einschwenken konnte.

Der Atommüll soll am Donnerstag in dem rund 900 Kilometer entfernten Zwischenlager Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern ankommen, das von der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH (EWN) betrieben wird. Die verglasten Flüssigabfälle stammen aus der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage, die Anfang der 1990er Jahre stillgelegt wurde.

Autorin: Naima El Moussaoui (dpa, afp, dapd)

Redaktion: Ursula Kissel

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