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Musik

Carlos Santana zum 70.

Das Rentenalter hat er längst erreicht - doch ans Aufhören denkt Carlos Santana noch lange nicht. Berühmt für seine psychedelischen Gitarrensoli begeistert der Musiker nach wie vor Menschen auf der ganzen Welt.

Die meisten berufstätigen 70-Jährigen freuen sich wahrscheinlich auf ihre Rente. Nicht jedoch Rock-Legende Carlos Santana, der am 20. Juli seinen 70. Geburtstag feiert. "Ich nehme Rente von der Rente", verriet der gebürtige Mexikaner dem Rolling Stone Magazine in einem Interview.

Von den 70 Jahren seines Lebens verbrachte Santana gute 65 Jahre damit, musikalische Pionierarbeit zu leisten – mit einer Mischung aus Latin-, Afro-, Blues-, Jazz-, Salsa- und Rockeinflüssen.

Laut seiner Webseite hat Santana bereits mehr als 100 Millionen Platten verkauft hat und erreicht mit seinen Konzerten über 100 Millionen Fans auf der ganzen Welt. Und doch will er es nicht langsamer angehen lassen. Nur acht Tage nach seiner Geburtstagsfeier soll sein neues Album "The Power of Peace" erscheinen – digital, auf CD und Vinyl.

Von Mexico nach San Francisco

Santana, der am 20. Juli 1947 als Sohn eines Mariachi-Musikers im mexikanischen Autlan de Navarro auf die Welt kam, ist für seine Blues-Gitarrensoli und Riffs auf der E-Gitarre bekannt. Sein erstes Instrument aber war eine Violine, die er mit fünf Jahren bekam. Gitarre lernte er erst mit acht.

Carlos Santana mit seiner Gitarre 1971 (picture-alliance/dpa/M. Haring)

Der junge Santana mit seiner Gitarre (1971)

Als Kind hört Santana, der später selbst die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, die Musik des US-amerikanischen Rockers Ritchie Valens, der es vermochte, seine mexikanischen Wurzeln mit einem rockigen Beat zu verbinden – so zum Beispiel 1958 in dem Hit "La Bamba". Santana ahnt zu dem Zeitpunkt nicht, dass auch er eines Tages eine Pionierrolle im Latin-Rock spielen würde. Seine weiteren Idole sind B.B. King, T-Bone Walker, Ray Charles und schließlich John Lee Hooker, dessen Einfluss in Santanas Gitarrenklängen nicht zu überhören ist.

Santanas Familie entscheidet sich, nach San Francisco zu ziehen, wo Carlos die High School beendet. Einem Studium kann er nichts abgewinnen, stattdessen nimmt er einen Job als Tellerwäscher an, verdient sich ein wenig Taschengeld als Straßenmusiker und nutzt ansonsten jede Gelegenheit, um in Bands zu spielen.

Das San Francisco der 1960er Jahre - eine Zeit voller politischer und sozialer Bewegungen - hat großen Einfluss auf Santana, sowohl auf seine musikalische Entwicklung als auch hinsichtlich seiner politischen Gesinnung. "Mahatma Gandhi, Malcolm X, Martin Luther King, Che Guevara, Mutter Theresa – sie waren die Anführer einer Revolution des Bewusstseins", so Santanas eigene Aussage über diese Zeit. "Die Beatles, die Doors, Jimi Hendrix - sie waren die Revolution. Ihre Musik war wie die Werke Dalís: voller Farben und mit revolutionären Ansätzen."

Schlüsselmoment seiner Musikkarriere

Der Durchbruch gelingt Santana 1966. In Fillmore West, einer beliebten Rockhalle in San Francisco, wird er spontan auf die Bühne geholt, um einen betrunkenen Musikerkollegen zu ersetzen. Sein Auftritt lässt das Publikum und einen Produzenten aufhorchen. Kurz danach gründet Santana die "Santana Blues Band", später bekannt unter dem Namen "Santana". Er unterschreibt einen Vertrag mit dem Label Columbia Records und beginnt, die Welt mit seinem typischen Sound und seinen langen, singenden Gitarren-Soli zu begeistern.

Im August 1969 tritt Santana mit seiner Band beim legendären Woodstock Festival auf und veröffentlicht das Single-Album "Evil Ways", das den vierten Platz in den US-Charts erreicht. In den nächsten Jahren folgen weitere Auftritte und Alben, darunter Hits wie "Oye Como Va" und "Black Magic Women".

Ausflug in die Spiritualität

Doch auch Krisen bleiben nicht aus. Die Band hat mit vielen Konflikten zu kämpfen: musikalische Meinungsverschiedenheiten, Drogenmissbrauch und finanzielle Probleme. 1973 entdeckt Santana die Meditation für sich. Die spirituelle Welt sagt ihm zu und er nimmt den Namen "Devadip" an, was soviel bedeutet wie "die Lampe, das Licht und das Auge Gottes".

Zur gleichen Zeit wandelt sich auch sein musikalischer Stil - hin zu Jazz Fusion mit Einflüssen ostindischer Musik. Die Kritiker loben die Veränderung, die Verkaufszahlen jedoch fallen. Nach einem Streit mit seinem Guru kehrt Santana 1982 jedoch der Spiritualität den Rücken und konzentriert sich wieder auf den kommerziellen Erfolg. Er geht weiter auf Tour, der große Erfolg aber stellt sich erst Ende der 1990er Jahre ein.

Carlos Santana im Konzert bei Rock am Ring (AP)

2002: Santana beim Festival "Rock am Ring"

1999 produziert Santana mit der Rockband "Matchbox Twenty" um Sänger Rob Thomas den Cha-Cha-Rock-Hit "Smooth". Der Song lässt, wie in den früheren Santana-Songs, viel Raum für klagende Gitarrensoli und vereint lateinamerikanische Instrumente mit Rock. Das Album der Single "Supernatural” verkauft sich weltweit fast 27 Millionen Mal und bringt Santana acht Grammys ein, darunter auch die Auszeichnung als "Album of the Year".

Weltmusiker, Weltaktivist

Santana ist nicht nur ein universaler Künstler, sondern auch ein globaler Aktivist. 1998 gründet der Rockmusiker mit seiner Familie die "Milagro Foundation", die benachteiligte Kinder in den Bereichen Kunst, Bildung und Gesundheit fördert.

In seinen 2004 erschienenen Memoiren "The Universal Tone: Bringing my Story to Light" schildert Santana seine persönliche Reise und seine Auffassung, dass jeder Mensch ein unendliches Potential in sich trägt. "Liebe ist das Licht, das jeder von uns in sich trägt", schreibt er und lässt damit auch seine spirituelle Seite wieder durchscheinen.

Santana lebt mit seiner jetzigen Frau, der Drummerin Cindy Blackman, in Las Vegas in Nevada. Er hat drei Kinder, die aus seiner ersten Ehe mit Deborah King stammen.

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