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Amerika

Bush steht vor zweiter Amtszeit

George W. Bush bleibt Präsident der USA. Auch im Kongress stellen die Republikaner die Mehrheit. Damit stehen Bush alle Türen zur Erreichung seiner politischen Ziele offen.

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Der Präsident und die First Lady

Der entscheidende Anruf

George W. Bush geht als Sieger aus der Wahl hervor

"Glückwunsch, Herr Präsident." Mit diesen Worten gratulierte John Kerry am Mittwoch (3.11.) in einem kurzen Telefonat dem republikanischen Amtsinhaber George W. Bush zum Wahlsieg. Kerry gestand damit ein, dass er das Rennen ums Weiße Haus verloren hat. Bush blickt nun einer zweiten Amtszeit im Weißen Haus entgegen.

Der republikanische Amtsinhaber kündigte vor tausenden jubelnden Anhängern in Washington an, er werde sich auch um die Unterstützung der demokratischen Wähler bemühen. "Ich brauche eure Unterstützung und ich arbeite dafür", sagte Bush an die 55 Millionen Amerikaner gewandt, die Kerry wählten. Dieser hatte zuvor in Boston erklärt: "Wir können diese Wahl nicht mehr gewinnen." Er habe Bush in dem Telefongespräch aufgefordert, die Spaltung des Landes zu überwinden. Die beiden hätten über die Notwendigkeit gesprochen, wieder eine gemeinsame Basis zu haben und zusammenzufinden. "Ich hoffe, dass wir heute damit anfangen können", sagte der Senator aus Massachusetts in einer emotionalen Rede.

Ungute Erinnerungen

John Kerry gibt auf Pressekonferenz

John Kerry gibt auf

Mit dem Eingeständnis seiner Niederlage gab Kerry (Foto) das Tauziehen um den bis zuletzt umkämpften Staat Ohio auf. Damit fielen Bush die 20 letztlich entscheidenden Wahlmännerstimmen des Staates zu, mit denen er eine Mehrheit in dem Wahlkollegium hat, das im Dezember den Präsidenten kürt. Bis zuletzt hatten Kerrys Demokraten ihre Hoffnungen auf zigtausende so genannter provisorischer Stimmen in Ohio gesetzt, die erst in den kommenden Tagen ausgezählt werden sollten. Offenbar war der Vorsprung Bushs jedoch nicht einholbar, und die Aussicht auf ein langes juristisches Ringen hätte ungute Erinnerungen an die umstrittenen Auszählungen der Wahl vor vier Jahren geweckt.

Historisch hohe Wahlbeteiligung

Bei ihrer Entscheidung ließen sich die amerikanischen Wähler nach der Umfrage einer Nachrichtenagentur vor allem von den Themen Terrorgefahr, Wirtschaft und moralische Werte leiten. In der Sicherheitspolitik vertrauten die meisten Wähler eher Bush, während sie Kerry die besseren Fähigkeiten in der Wirtschaftspolitik zuschrieben. Als wahlentscheidende Eigenschaften der Kandidaten wurden Führungsstärke und die Fähigkeit zum Wandel hervorgehoben.

Nach einem erbittert geführten Wahlkampf machten so viele Amerikaner wie seit Jahrzehnten nicht mehr von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Rund 120 Millionen oder knapp 60 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Erwartungen und Gratulationen

Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte Bush zur Wiederwahl. "Mit großer Erwartung sehe ich unserer weiteren Zusammenarbeit auf der Grundlage der engen Freundschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten entgegen", erklärte er. Am Beginn von Bushs neuer Amtszeit stehe die Welt vor großen Herausforderungen: "Internationaler Terrorismus, die Gefahr der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, regionale Krisen, aber auch Armut, Klimaveränderungen und Epidemien bedrohen unsere Sicherheit und Stabilität. Diese Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam meistern."

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac, ein scharfer Kritiker des Irak-Kriegs ohne UN-Mandat, brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die zweite Amtszeit Bushs Anlass für eine Stärkung der französisch-amerikanischen Freundschaft sei.

Auch die EU gratulierte Bush und äußerte die Hoffnung, dass "die transatlantischen Beziehungen weiter vertieft und gestärkt" werden, wie der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende als amtierender EU-Ratsvorsitzender sagte. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi erklärte, er hoffe, dass die USA und die ganze Welt in Bushs zweiter Amtszeit die politische Stabilität und kollektive Sicherheit erlebten, für die alle gearbeitet hätten.

Mehrheit im Kongress

Auch aus den gleichzeitig stattfindenden Kongresswahlen gingen die regierenden Republikaner gestärkt hervor. Im Repräsentantenhaus erhielten sie 231 der 435 Sitze. Auf die Demokraten entfielen 200 Mandate. Im Senat konnten die Republikaner ihre Mehrheit von 51 auf 55 Sitze ausbauen.

Die amerikanischen Aktienbörsen reagierten mit Kursgewinnen auf den Wahlsieg von Bush. Die stark gebeutelten Pharmaaktien wiesen die stärksten Kursgewinne auf. Bush will sich nicht in den Medikamentenmarkt einmischen, während Kerry versuchen wollte, die stark steigenden US-Arzneimittelpreise zu drücken. Pharmariesen wie Pfizer und Merck legten zu. Das galt auch für Rüstungsaktien wie Lockheed Martin, Raytheon und Boeing. Sie können weiter mit steigenden Pentagonausgaben rechnen. (mas)

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