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Sport

Bunte Bundesliga

Vor 40 Jahren startete die Bundesliga als höchste deutsche Fußballklasse. Seitdem ist die Eliteklasse zu einem Markenzeichen mit Millionenumsätzen geworden. Eine Kultgeschichte, reich an Kuriositäten.

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Lothar Emmerich und Timo Konietzka freuen sich über das allererste Bundesliga-Tor

Ein singender "Kaiser", ein Pfostenbruch am Bökelberg und eine "Flasche leer": In den 40 Jahren seit Aufnahme ihres Spielbetriebs am 24. August 1963 war die Fußball-Bundesliga reich an Kuriositäten und Geschichten. Unvergessen bleibt aus den Anfängen der legendäre TV-Auftritt von "Woldcup-Willi" Schulz, der in seiner Kneipe Bierchen zapfend von seinem "zweiten Standbein" neben der Fußballer-Karriere sprach.

"Erst hatten wir kein Glück - und dann kam auch noch Pech dazu", fabulierte Jahre später der Dortmunder Stürmer Jürgen Wegmann. Dies galt auch für andere: Carmen Thomas' Versprecher von "Schalke 05" wurde zum Kult-Gag, Arnim Basches "Kickersbacher Offers" ebenso. Auch auf dem Platz ging vieles daneben: Torwart Jürgen Pahl (Frankfurt) traf Ende der 1980er Jahre mit einem Abwurf nach hinten das eigene Tor, sein Keeper-Kollege Tomislav Piplica (Cottbus) bugsierte 2002 einen harmlosen Heber gar per Kopf rücklings ins eigene Netz. Sepp Maier (FC Bayern) hielt zwar meist fehlerfrei, griff aber Mitte der 1970er Jahre im Olympiastadion beim Hecht nach einer Taube daneben.

Kaiserliche Kraftbrühe

Franz Beckenbauer Fußballer des Jahres Bundesligageschichte

Franz Beckenbauer - Fußballer des Jahres 1976

Drei Jahre vorher hatte bereits ein junger, begnadeter Kicker des FC Bayern München nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht, der später "Kaiser" genannt wurde. Franz Beckenbauer spielte brillant Fußball, doch ganz nebenbei stürmte er mit der Single "Gute Freunde kann niemand trennen" die Hitparade (1966). Auch für die Werbewirtschaft ("Kraft in den Teller, Knorr auf den Tisch") war der Bayer schon damals interessant.

Horst Gregorio Canellas

Horst Gregorio Canellas handelte in Bananen und Fußballspielen (1971)

1971 erschütterte der "Bestechungsskandal" die Bundesliga in ihren Grundfesten. Im Mittelpunkt stand Horst Canellas, Bananenhändler und Präsident von Kickers Offenbach. Sein Verein, aber auch Schalke 04, Arminia Bielefeld, Hertha BSC Berlin, der MSV Duisburg, VfB Stuttgart, 1. FC Köln, Rot-Weiß Oberhausen und Eintracht Braunschweig waren in betrügerische Machenschaften verwickelt. Schließlich verhängte der DFB gegen die Vereine sowie 52 Spieler und zwei Trainer drastische Strafen.

Dumm aus der Wäsche schauten die Spieler aus Mönchengladbach und Bremen, als am 3. April 1971 drei Spieler ins Tornetz fielen und über dem Trio plötzlich die Balken krachten. Borussia provozierte nach dem Pfostenbruch zwei Minuten vor Abpfiff beim Spielstand von 1:1 den Spiel-Abbruch, doch der Schuss ging nach hinten los: Das DFB-Sportgericht wertete die Partie mit 2:0-Punkten und -Toren für Werder.

Knapp daneben ist auch ein Tor

Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer (1998)

Fast exakt 23 Jahre später erneut kein April-Scherz: Thomas Helmer erzielte am 23. April 1994 ein Tor, das gar keins war: Der Mann vom FC Bayern München schoss den Ball per Hacke Richtung Nürnberger Gehäuse, doch der Schuss ging haarscharf neben das Tor. Schiedsrichter Osmers entschied auf Treffer, der DFB setzte nach dem "Phantom-Tor" und dem 2:1 der Bayern aber ein Wiederholungsspiel an, das die Münchner 5:0 gewannen. Nürnberg stieg ab.

Osmers' Kollege Wolf-Dieter Ahlenfelder geriet Mitte der 1970er unvermittelt in die Schlagzeilen, als er beim Duell Werder Bremen - Hannover 96 die erste Halbzeit schon nach 30 Minuten abpfiff. Allerdings war nicht "Ahlis" Uhr defekt, sondern der "Schiri" indisponiert, weil er zuvor ein paar Bierchen und Schnäpschen konsumiert hatte. Immerhin: Seine Kollegen an der Linie und die Trainer konnten ihn überreden, noch 15 Minuten "dranzuhängen". In Bremen spricht man deshalb noch heute schelmisch von einem "Ahlenfelder", wenn man Bier und Korn zusammen bestellt.

Keiner kommt an Gott vorbei - außer Libuda

Die Zeugen Jehovas verhalfen Reinhard Libuda zu Berühmtheit. Sie hatten 1973 in Gelsenkirchen, wo "Stan" damals für Schalke stürmte, ein Plakat aufgehängt. Aufschrift: "Keiner kommt an Gott vorbei ... - und ein Fan schrieb darunter: "... außer Libuda".

Giovanni Trappatoni

Giovanni Trappatoni, ehemaliger Trainer des FC Bayern München

Berühmt-berüchtigt wurde die Wut-Rede des damaligen Bayern-Trainers Trappatoni im März 1998. "Was erlauben Struuunz?" schrie er drei Tage nach der 0:1-Pleite auf Schalke wütend in Richtung von Ex-Nationalspieler Thomas Strunz, der durch den Auftritt des Italieners unverhofft Kult-Status erlangte. Mit dem Trainer-Fazit, einige Akteure seien schwach gewesen wie "Flasche leer", können Euro-Millionäre wie Strunz & Co. heute locker umgehen. An den Liga-Anfängen mussten sich die damaligen Asse mit weit weniger begnügen. So spielte Keeper Fred-Werner Bockholt bei schlechtem Wetter "in selbst gestrickten Handschuhen von Oma".

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