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Kriminalität

Bundesweite Razzien gegen Schleuser

Bei einem Großeinsatz in acht Bundesländern hat die Polizei Wohnungen und Arbeitsplätze von mutmaßlichen Schleusern durchsucht. Im Raum Hannover nahm sie zwei Männer fest.

Wie die Bundespolizei und die Staatsanwaltschaft Hannover mitteilten, wurden bei der Aktion bundesweit insgesamt 22 Objekte durchsucht. Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich um einen 37-jährigen Iraner und einen 54-jährigen Deutschen. Ihnen wird vorgeworfen, Ausländer - vor allem Iraner - gewerbsmäßig ins Land geschleust und zum Asylbetrug verleitet zu haben.

Der Iraner soll unter anderem über einen Facebook-Account mit der Einschleusung nach Deutschland und in andere EU-Staaten geworben haben. Er habe sowohl erschlichene Visa als auch eine anschließende Betreuung durch ein Netzwerk von Urkundenfälschern, Dolmetschern und Rechtsanwälten in Aussicht gestellt. Außerdem habe er eine hundertprozentige Erfolgsgarantie für einen dauerhaften Aufenthalt im gewünschten Zielland zugesichert - und dafür vier- bis fünfstellige Beträge verlangt.

Mindestens 700 eingeschleuste Asylsuchende

Nach Erkenntnissen der Ermittler war der als Dolmetscher tätige 54-jährige Deutsche für die weitere Betreuung der eingeschleusten Personen zuständig. Gegen sofortige Barzahlung soll er die Ausländer für Anhörungsgespräche beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geschult haben, etwa durch Schilderung falscher Flucht- und Verfolgungsgeschichten.

Zu den weiteren Beschuldigten gehören die Ehefrau und die Mutter des Iraners, ein 30-jähriger Mitarbeiter der iranischen Botschaft sowie ein Rechtsanwalt. Neben strafrechtlichen Verfahren kündigten Polizei und Staatsanwaltschaft auch verwaltungsrechtliche Ermittlungen an. Damit soll das Ausmaß der Betrugsfälle übeprüft werden. Nach einem Vorabbericht der "Welt" geht die Bundespolizei davon aus, dass sich mindestens 700 Asylsuchende mit Hilfe der Schleuserbande einen Aufenthaltstitel erschlichen.

hk/kle (afp, epd)

 

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