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Deutsche Tornados in Syrien

Bundeswehr in schweren Luftangriff involviert

Die Bundeswehr ist offenbar in einen verheerenden Luftangriff in Syrien involviert. Viele Zivilisten sollen beim Angriff auf eine Schule getötet worden sein. Deutsche Tornado-Jets sollen das Ziel ausgespäht haben.

Nach ARD-Recherchen nahmen deutsche Tornados am 19. März 2017 Bilder eines Gebäudekomplexes in der syrischen Ortschaft Al-Mansura auf und lieferten sie an die internationale Anti-IS-Koalition. Einen Tag später sollen diese Bilder demnach mit verwendet worden sein, um den Gebäudekomplex zu bombardieren. Der Verteidigungsausschuss des Bundestages wurde bereits darüber informiert.

Angriff auf eine Schule

Bei dem Gebäudekomplex in der Ortschaft soll es sich nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte um eine Schule handeln. Demnach wurden bei dem Angriff mindestens 33 Zivilisten getötet. Wahrscheinlich seien Jets der US-geführten internationalen Koalition für die Bombardierung des von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrollierten Ortes westlich von Rakka verantwortlich, meldete die Beobachtungsstelle bereits am Mittwoch vergangener Woche.

Unter den Opfern seien Frauen und Kinder, hieß es weiter. Auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, bei einem US-Luftangriff in Al-Mansura nahe der IS-Hochburg Rakka seien zahlreiche Zivilisten getötet oder verletzt worden. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge waren in dem Gebäude rund 40 Familien untergebracht. Die Menschenrechtler sitzen in England, stützen ihre Angaben jedoch auf Informanten vor Ort. Ihre Meldungen gelten als zuverlässig.

Das US-Militär hatten hingegen erklärt, es gebe keine Hinweise, dass ein Luftangriff in der Region Zivilisten getroffen habe. Es sei ein Gebäude bombardiert worden, in dem sich hochrangige Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida getroffen hätten. Die in der Nähe liegende Moschee sei bewusst nicht ins Visier genommen worden. Die US-Streitkräfte hatten weitere Untersuchungen angekündigt.

Keine Bestätigung aus Geheimhaltungsgründen

Die US-Luftwaffe bekämpft in Syrien seit 2014 den IS und Al-Kaida-nahe Extremisten. Die Bundeswehr fliegt keine Angriffe, sondern liefert nur Bilder. Die im türkischen Incirlik stationierten deutschen Tornado-Jets machen hochauflösende Fotos von IS-Stellungen zur Identifizierung von Angriffszielen.

Das Verteidigungsministerium wollte den Angriff aus Geheimhaltungsgründen nicht bestätigen. "Zu konkreten Daten und Zielen äußern wir uns nicht", sagte ein Sprecher. Es gehöre aber zur Routine der Tornados, Bilder möglicher Ziele zu machen. Zwischen den Aufnahmen und den Angriffen vergehe Zeit, für die Angriffsplanung gebe es noch weitere Quellen. "Wir liefen die Bilder mit einem Vorlauf ab", sagte der Sprecher. Auf den Bildern sei nicht feststellbar, welche Personen sich aktuell dort aufhielten. Oberstes Ziel der Truppe sei der Schutz der Zivilisten.

cr/kle (dpa, ard)