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Aktuell Welt

Bundeswehr-Ausbilder in den Nordirak?

Waffen werden an die Kurden schon geliefert und die Peschmerga in Deutschland daran ausgebildet. Erwogen wird nun ein Trainingszentrum der Bundeswehr im Nordirak. Denn der Druck der IS-Terrorarmee nimmt zu.

Neben der Lieferung von Militärmaterial trifft Deutschland Vorbereitungen für eine mögliche Entsendung von Bundeswehr-Ausbildern für kurdische Kämpfer in den Norden des Irak. Überlegt wird, ob in der Provinzhauptstadt Erbil kurdische Sicherheitskräfte für den Kampf gegen die Dschihadisten des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) ausgebildet werden könnten. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte, dass im Kürze eine Erkundungsmission von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt nach Erbil aufbrechen soll.

"Vorauskommando"

"Wie genau und wann eine solche Ausbildung dort stattfinden kann", solle nach Rückkehr der Erkundungsmission entschieden werden, sagte Steinmeier bei einem Besuch in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Es gebe Signale aus einigen EU-Mitgliedsstaaten, "dass das Projekt für sie auch interessant sein könnte", so dass es möglicherweise Kooperationspartner geben könne.

Laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) soll es insgesamt vier Ausbildungszentren für kurdische Kämpfer geben, die von einer internationalen Koalition unter Federführung der USA besetzt werden sollen. Als Partner für deutsche Militärausbilder in Erbil kämen etwa skandinavische Länder in Frage. Wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Militärkreise berichtete, könnten in Erbil insgesamt zwischen 200 und 300 Ausbilder eingesetzt werden, der genaue deutsche Anteil daran sei noch offen. Laut SZ wird in der Bundesregierung zudem ein stärkeres Engagement bei der Versorgung medizinischer Notfälle erwogen.

Die Bundesregierung prüft seit Wochen, wie sie ihr Engagement gegen den IS über die Waffenlieferungen an die Kurden hinaus erweitern kann. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte bereits Anfang Oktober im Gespräch mit den Verteidigungsfachleuten der Bundestagsfraktionen eine Ausbildungsmission ins Spiel gebracht.

Derzeit sind bereits 15 Bundeswehr-Ausbilder in Erbil, die kurdische Kämpfer unter anderem in die Benutzung der von Deutschland gelieferten Waffen einweisen. Bei der nun anstehenden Erkundungsmission von Auswärtigem Amt und Verteidigungsministerium geht es um eine umfassendere militärische Ausbildung kurdischer Kämpfer.

Video ansehen 02:00

Julia Hahn an der türkisch-syrischen Grenze

Türkei erlaubt Verstärkung durch Peschmerga

Das Parlament der kurdischen Autonomieregion im Irak hatte am Mittwoch beschlossen, etwa 200 Peschmerga mit schweren Waffen zur Unterstützung der Landsleute in Kobane in den Norden Syriens zu entsenden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Ergogan bestätigte, dass man diesen Kurden die Durchreise erlaube. Erdogan pflegt gute Kontakte zu Kurdenpräsident Massud Barsani, verurteilt die türkischen und syrischen Kurdenparteien PYD und PKK aber als "Terroristen".

Vor dem Eintreffen der Unterstützung für die kurdischen Verteidiger von Kobane verstärkte die IS-Terrorarmee noch einmal ihre Offensive gegen das Zentrum der Stadt. Dabei soll nach unbestätigten Berichten oppositioneller syrischer Quellen auch ein wichtiger Nachschubkorridor der Kurden unterbrochen worden sein. Deren Volksschutzeinheiten (YPG) halten demnach nur noch Teile des Stadtkerns. Heftig umkämpft ist vor allem auch der Grenzstreifen Richtung Türkei, der für die Verstärkung essenziell ist.

SC/mak (afp, dpa, rtr)

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