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Aktuell Afrika

Bundesregierung will Soldaten nach Mali schicken

Mit der Truppen-Entsendung solle Frankreich für den Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" entlastet werden, sagte Verteidigungsministerin von der Leyen.

Video ansehen 02:09

Deutsches Training für Malis Soldaten

Bis zu 650 Soldaten sollen zur Friedenssicherung in den westafrikanischen Staat geschickt werden, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach einer Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses in Berlin. Verstärkt werden sollen nach Angaben der Ministerin vor allem die Bereiche Logistik und Aufklärung. Das Mandat solle dem Parlament "in Kürze" vorgelegt werden, sagte die Ministerin.

Über einen solchen Einsatz war bereits in den vergangenen Tagen spekuliert worden.

Außerdem soll der Bundeswehreinsatz zur Ausbildung der kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Irak ausgeweitet werden. Daran sollen künftig bis zu 150 statt bisher 100 Soldaten teilnehmen können. Beiden Einsätzen muss der Bundestag noch zustimmen.

200 Soldaten im Süden

Bisher sind 200 Bundeswehrsoldaten an einer EU-Ausbildungsmission im vergleichsweise ruhigen Süden des Landes beteiligt. Deutschland stellt den Kommandeur dieser Mission. An der deutlich gefährlicheren UN-Mission zur Friedenssicherung im Norden des Wüstenstaates nehmen dagegen derzeit nur zehn deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teil. Allerdings hatte von der Leyen bereits im Oktober eine Ausweitung angekündigt. Nach den Anschlägen von Paris erneuerte sie das Angebot als Reaktion auf die französische Bitte um Beistand.

Die bis zu 650 Soldaten sollen zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen der malischen Regierung und Aufständischen im Norden beitragen. Nordmali war vor drei Jahren vorübergehend von islamistischen Kämpfern erobert worden, die nur durch eine Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreichs zurückgedrängt werden konnten. In der Folge wurden zur Entlastung Frankreichs zwei internationale Einsätze zur Stabilisierung des Landes aufgestellt, an denen auch die Bundeswehr beteiligt ist.

Erst in der vergangenen Woche hatten Bewaffnete in einem Hotel in Bamako rund 170 Geiseln genommen.

Bei der Befreiung wurden mindestens 21 Menschen getötet.

mm/kle (dpa, afpe)

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