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Todesstrafe in Japan

Bundesregierung verurteilt Hinrichtungen in Japan

Japan ist neben den USA das einzige große Industrieland, das weiter die Todesstrafe vollstreckt. Jetzt ließ die Justiz zwei verurteilte Raubmörder hängen.

Japan Protest gegen die Todesstrafe (Getty Images/AFP/Y. Tsuno)

Gegner der Todesstrafe protestieren in Tokio (Archivbild)

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, hat die jüngsten Hinrichtungen in Japan scharf kritisiert. Die SPD-Politikerin forderte die Regierung in Tokio auf, "die bisherige Praxis zu überdenken und die weitere Vollstreckung der Todesstrafe auszusetzen". Sie sei eine unmenschliche und grausame Art der Bestrafung und werde von der Bundesregierung "unter allen Umständen abgelehnt".

Gegner der Exekution kritisieren zudem, dass Todeskandidaten in Japan oft jahrelang in Einzelhaft auf ihre Hinrichtung warten, deren Zeitpunkt ihnen dann nur wenige Stunden vorher angekündigt wird. Sie haben damit keine Gelegenheit, sich von ihren Angehörigen zu verabschieden. Diese werden erst im Nachhinein in Kenntnis gesetzt.

Seit dem Amtsantritt des konservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Dezember 2012 wurden nunmehr 19 Menschen hingerichtet. Derzeit befinden sich noch 124 Todeskandidaten in japanischen Gefängnissen. Weltweit haben bislang 102 Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft; 140 Staaten vollstrecken sie nicht mehr.

se/stu (kna, afp)