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Wirtschaft

Bundesbank ruft Athen zu raschem Handeln auf

Angesichts der sich zuspitzenden Schuldenkrise Athens hat Bundesbankvorstand Andreas Dombret die griechische Regierung zu raschem Handeln aufgefordert. Für griechische Banken sei es fünf vor zwölf.

"Die griechische Regierung täte gut daran, schnell zu handeln - für die griechischen Banken ist es nämlich fünf vor zwölf", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret (Artikelbild) der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). Dombret nannte die Lage in Griechenland "sehr kritisch". Er verwies darauf, dass die Bankkunden dort in den ersten vier Monaten 2015 bei den großen Instituten knapp 30 Milliarden Euro abgezogen hätten.

Die direkten Gefahren für die deutschen und europäischen Banken wegen der Situation in Griechenland seien aber vergleichsweise gering, wurde Dombret zitiert. "Die deutschen Banken haben in ihren Büchern beispielsweise nur noch Forderungen von 2,4 Milliarden Euro gegenüber griechischen Banken, Unternehmen und dem Staat. Das Risiko ist also überschaubar. Dennoch kann es immer anders laufen als gedacht."

Der Ball liegt bei der Politik

Dombret warnte, die griechischen Banken seien derzeit nahezu ausschließlich auf die Notfallhilfe der griechischen Notenbank angewiesen. "Aber wie das Wort Notfall schon sagt, ist das keine dauerhafte Lösung. Entscheidend ist, wie die Verhandlungen auf europäischer Ebene vorangehen. Der Ball liegt im Feld der Politik. Weder die EZB noch die Bankenaufsicht können die strukturellen Probleme der griechischen Wirtschaft lösen", sagte Dombret der "Bild".

Die Notfallhilfe, das sogenannte ELA-Programm, ist derzeit die zentrale Finanzierungsquelle für die Geldinstitute in Griechenland. Weil die EZB seit Mitte Februar keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit für Kredite akzeptiert, müssen sie sich über das Notkreditprogramm bei ihrer einheimischen Notenbank mit Geld versorgen. Die ELA-Kredite werden zu deutlich schlechteren Konditionen vergeben als die üblichen EZB-Darlehen.

zdh/bea (afp, rtr)

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