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Aktuell Asien

Buddhisten zu Haftstrafen verurteilt

In Myanmar sind mehr als 20 Buddhisten wegen religiöser Gewalt verurteilt worden. Sie müssen für bis zu zehn Jahre ins Gefängnis. Im März war der Konflikt zwischen Buddhisten und Muslimen eskaliert.

Mehrere Wochen lang hatte es in Myanmar, dem früheren Birma, schwere Unruhen mit zahlreichen Toten zwischen den Religionsgruppen gegeben. Jetzt wurden mehr als 20 Buddhisten verurteilt. Zu den Anklagepunkten hätten Mord, Körperverletzung, Diebstahl, Brandstiftung und Anstiftung zu Unruhen gezählt, sagte ein Polizist. Staatliche Medien berichteten, es seien Haftstrafen zwischen zwei und zehn Jahren verhängt worden. Einige Angeklagte erhielten demnach mehrere Haftstrafen, die sie nacheinander verbüßen müssen.

Polizisten in Meiktila, Myanmar (Foto: AFP/Getty Images)

Bei schweren Kämpfen zwischen Muslimen und Buddhisten starben 44 Menschen

In den Berichten der Staatsmedien wurde die Religionszugehörigkeit der Verurteilten nicht erwähnt. Ein Anwalt, der im Gerichtssaal anwesend war, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es seien sowohl Buddhisten als auch Muslime verurteilt worden. Vor den jüngsten Urteilssprüchen war lediglich die Verurteilung von zwei Buddhisten bekannt geworden, während zugleich mehr als ein Dutzend Muslime wegen der Unruhen schuldig gesprochen worden waren.

Im März hatte es in der zentralbirmanischen Stadt Meiktila schwere Kämpfe zwischen Muslimen und Buddhisten gegeben. Ganze Stadtviertel und mehrere Moscheen gingen in Flammen auf. Binnen zwei Tagen wurden nach offiziellen Angaben 44 Menschen getötet, darunter laut Augenzeugen rund 20 Schüler und vier Lehrer einer islamischen Schule. Menschenrechtsgruppen hatten die Befürchtung, dass für die Unruhen vor allem Angehörige der muslimischen Minderheit zur Verantwortung gezogen würden.

Etwa 90 Prozent der Bewohner Myanmars sind Buddhisten. Die Muslime machen etwa vier Prozent der Bevölkerung aus. Davon gehören rund 750.000 zur Volksgruppe der Rohingya. Sie sind in Myanmar nicht als ethnische Minderheit anerkannt und werden systematisch verfolgt. 2011 starben bei heftigen ethnischen Ausschreitungen im westlichen Bundesstaat Rakhine mindestens 180 Menschen, mehr als 115.000 wurden vertrieben.

pg/kis (afp, AP)