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Kultur

"Bruno" ist tot

Seit Mai streunte der "Problembär" durch die Alpenregion zwischen Bayern und Österreich, er riss etliche Schafe und drang in Hühnerställe ein. Am Montag (26.06) wurde Bruno erlegt.

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Das letzte Bild von Bruno

Der seit Wochen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunende Bär wurde in der Nacht zu Montag in der Nähe des Spitzingseegebiets im Landkreis Miesbach von Jägern erschossen. Das bestätigte ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums. Der Bär sei gegen 4.50 Uhr in der Nähe der Rotwand erlegt worden.


Zu Abschuss frei gegeben

Bärenspürtrupp vor Einsatz

Bärenspürtrupp aus Finnland eingeflogen

Nach wochenlangen vergeblichen Versuchen, das Tier lebend zu fangen, war "Bruno" zu Wochenbeginn wieder zum Abschuss freigegeben worden. Zuvor war es auch den viel gerühmten finnischen Bärenjägern mit ihren speziell ausgebildeten Hunden nicht gelungen, den Bären zu stellen. Noch am Samstag war das Tier mehreren Mountainbikern begegnet. Sie sahen ihm zu, wie er durch den Soinsee im Landkreis Miesbach schwamm. Danach wurde er von drei Wanderern dabei beobachtet, wie er ins Gebirge aufstieg.

Problembär, Schadbär, Risikobär - und vor allem Symbolbär: Der erste Bär in Bayern seit 170 Jahren hatte die Sympathien auf seiner Seite. Schüler sammelten Unterschriften für "Bruno", allerorten war er Tagesgespräch. "Braunbär Bruno darf nicht sterben", schrieb der Vorsitzende des Tierschutzbundes Bayern, Manfred Fleischer, in einem offenen Brief an Landesumweltminister Werner Schnappauf (CSU), und verlangte: "Lassen Sie den Bären leben!"

Für Menschen gefährlich

Braunbär Bruno in Bayern angefahren

Bären ja - aber bitte "unauffällig".

In Gutachten war "Bruno" schon nach seinem ersten Auftauchen in Bayern vor mehr als einem Monat als gefährlich eingestuft worden. Seitdem war der junge Bärenherr immer dreister geworden. Er marschierte mitten durch Ferienorte, rastete vor einer Polizeiwache und stand auch schon direkt einem Menschen gegenüber. Immer wieder riss er Schafe, räuberte Hühnerställe und plünderte Bienenstöcke. Tiere reißen und Honig stehlen – "das darf ein Bär", hatte Bayerns Bärenbeauftragter Manfred Wölfl gesagt. Ungewöhnlich sei jedoch gewesen, dass der Zweijährige die Scheu vor Menschen so stark verloren habe.

"Es gibt den unauffälligen Bären, das ist der Bär, den wir wollen", sagte Wölfl. Denn er hofft wie die Naturschützer weiter auf die Ansiedelung von Bären hierzulande. Bei den Problembären gebe es wiederum die Kategorie des Schadbären, der viele Schäden verursache, und den Risikobären, zu dem sich "Bruno" zunehmend entwickelt habe. "Er sucht in menschlichen Siedlungsräumen Futter, zeigt keine Scheu vor Menschen - oder geht sogar aktiv und aggressiv auf Menschen zu."

Die schlechten Manieren von der Mutter

Türkei Vogelgrippe Huhn Hühnerstall

Bruno: gerne auch Hühner zum Mittagessen

Sein ungewöhnliches Verhalten habe "JJ1", der seinen offiziellen Namen von seinen in der norditalienischen Region Trentino frei lebenden Eltern "Jurka" und "Jose" bekam, von der Mutter gelernt. Seit vier Wochen werde auch versucht, "Jurka" zu fangen, berichtet Wölfl. Man sehe die Gefahr, dass sie "Brunos" drei kleinen Geschwistern die gleichen schlechten Manieren beibringe. (ina)

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