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Aktuell Europa

Britische Labour-Politikerin Jo Cox an schweren Schussverletzungen gestorben

Die 41-jährige Cox, eine "Brexit"-Gegnerin, war am Donnerstagmittag auf offener Straße niedergeschossen worden. Das Motiv ist unklar. Ein Verdächtiger wurde nahe der nordenglischen Stadt Leeds festgenommen.

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Britische Labour-Abgeordnete Jo Cox ermordet

Die Vize-Polizeichefin von West Yorkshire, Dee Collins, teilte vor Journalisten mit, über das Motiv des mutmaßlichen Täters wisse man noch nichts. Ein 52-Jähriger war unmittelbar nach der Tat von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Bei dem Angriff war zudem ein 77-jähriger Mann verletzt worden, er war der Politikerin zu Hilfe geeilt.

Nach unbestätigten Berichten soll der mutmaßliche Schütze drei Schüsse abgegeben haben. Eine Kugel soll das Gesicht der Labour-Abgeordneten getroffen haben. Augenzeugen gaben an, anschließend habe der Angreifer mit einem Messer auf Cox eingestochen. Die Politikerin hatte in ihrem Wahlkreis in Birstall bei Leeds zu einer Bürgersprechstunde geladen.

Ein Foto bei Twitter zeigt die Festnahme des mutmaßlichen Täters:

Angreifer schreit "Britain first"

Die Zeitung "Telegraph" schreibt, ein Mann habe vor dem Anschlag "Britain first" - "Großbritannien zuerst" gerufen. "Britain First" ist auch der Name einer rechtsextremen kleinen Partei, die im Norden Großbritanniens vehement für einen "Brexit" kämpft. Nach Berichten des Blattes "Guardian" ging der Mann auf die Politikerin zu. Dann seien Schüsse gefallen.

In genau einer Woche stimmen die Briten über Verbleib oder Austritt aus der Europäischen Union ab. Cox warb in den vergangenen Wochen für den Verbleib ihres Landes in der EU. Beide Lager setzten ihre Kampagnen wegen der Bluttat zunächst bis Samstag aus.

Labour-Chef Jeremy Corbyn, Premierminister David Cameron und andere führende britische Politiker zeigten sich erschüttert.

Cox saß seit 2015 für die oppositionelle Labour-Partei im britischen Unterhaus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, der Angriff sei "schrecklich, dramatisch, und unsere Gedanken sind bei den Menschen die betroffen sind". Der Vorfall bedürfe angesichts des möglichen Zusammenhangs mit dem EU-Referendum in einer Woche "dringendster Aufklärung".

Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker zeigte sich bestürzt über den tödlichen Angriff auf die Labour-Politikerin. "Der Tod von Jo Cox geht mir wirklich nahe", schrieb Reker auf Twitter. Die Kölner Politikerin war ebenfalls Opfer eines Angriffs. Sie wurde vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin niedergestochen. Der Täter erklärte, er habe damit ein Zeichen gegen Rekers Flüchtlingspolitik setzen wollen.

se/wl (tv, rtr,)

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