Britische Labour-Politikerin angeschossen | Aktuell Europa | DW | 16.06.2016
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Aktuell Europa

Britische Labour-Politikerin angeschossen

Die britische Abgeordnete und "Brexit"-Gegnerin Jo Cox ist durch Schüsse und einen Messerangriff schwer verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in ihrem Wahlkreis nahe der nordenglischen Stadt Leeds.

Die Politikerin hatte zu einer Bürgersprechstunde in Birstall in der Nähe von Leeds geladen. Der britische Sender BBC meldet, Cox sei mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden. Ihr Zustand sei lebensbedrohlich. Ein Mann soll leicht verletzt worden sein. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Angreifer, einen 52-Jährigen, fest.

Angreifer schreit "Britain first"

Die Zeitung "Telegraph" schreibt, ein Mann habe vor dem Anschlag "Britain first" - "Großbritannien zuerst" gerufen. "Britain First" ist auch der Name einer rechtsextremen kleinen Partei, die im Norden Großbritanniens vehement für einen "Brexit" kämpft. Nach Berichten des Blattes "Guardian" ging der Mann auf die Politikerin zu. Dann seien zwei Schüsse gefallen.

In genau einer Woche stimmen die Briten über Verbleib oder Austritt aus der Europäischen Union ab. Cox warb in den vergangenen Wochen für den Verbleib ihres Landes in der EU. Beide Lager setzten ihre Kampagnen wegen des Vorfalls zunächst aus.

Spurensuche am Tatort nach dem Angriff auf Labour-Politikerin Jo Cox (Foto: rtr)

Spurensuche am Tatort

Andere Medien zitieren einen Augenzeugen, der von einem Gerangel spricht, an dem zwei Männer und eine Frau beteiligt gewesen seien. Einer der Männer habe eine Schusswaffe gezogen und auf die Frau gefeuert.

Premierminister David Cameron und andere führende britische Politiker zeigten sich erschüttert über die Bluttat. Cox ist Mutter zweier Kinder. Die 41-Jährige sitzt seit 2015 für die oppositionelle Labour-Partei im britschen Unterhaus. Vorher arbeitete sie für die britische Hilfsorganisation Oxfam und die Bill und Melinda Gates Foundation.

se/wl (rtr, ap, Yorkshire post)