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Aktuell Welt

BRICS macht Weltbank Konkurrenz

Zum Auftakt ihres Gipfels in Durban haben sich die fünf aufstrebenden BRICS-Staaten auf die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank geeinigt. Doch es gibt auch einige unbeantwortete Streitfragen.

"Es ist geschafft", sagte Südafrikas Finanzminister Pravin Gordhan nach einem Treffen mit seinen Kollegen der anderen BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Details zu der geplanten Bankengründung nannte Gordhan allerdings nicht. An den Einzelheiten werde noch gearbeitet, hieß es aus dem südafrianischen Durban, wo am Dienstagabend die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten zu ihrem zweitägigen Gipfel zusammenkamen.

Die BRICS-Entwicklungsbank soll vor allem der Finanzierung von Infrastruktur-Projekten in Entwicklungsländern dienen. Umstritten sind unter anderem noch ihre Größe, die Kriterien für die Vergabe von Geldern und der Sitz des Instituts. Gastgeber Südafrika hofft darauf, dass die Bank in Johannesburg oder Kapstadt angesiedelt wird. Doch auch andere Gipfelteilnehmer wollen den Zuschlag. Es wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern, bis die Bank ihre Arbeit aufnehmen kann.

Gemeinsam gegen die Dominanz des Westens

Mit der Bank und einem ebenfalls geplanten Antikrisenfonds wollen die BRICS-Staaten Gegengewichte zur Weltbank und zum Internationalen Währungsfonds (IWF) schaffen. Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika betrachten die westliche Dominanz der in Washington ansässigen Institutionen schon seit langem mit Argwohn. Ungeachtet dessen erklärte die Weltbank schon jetzt, sie sei bereit, eng mit der neuen Entwicklungsbank zusammenzuarbeiten, "um der Armut ein Ende zu setzen".

Das Bestreben nach mehr ökonomischer Unabhängigkeit vom Westen dürfte auch die Gespräche der Staats- und Regierungschefs an diesem Mittwoch dominieren. Zu den Themen, die zwischen den Ländern diskutiert werden, gehören die Gründung einer Ratingagentur, eines Systems für Rückversicherungen, eines Unternehmerrats sowie eines Einstufungssystems für Universitäten.

Die BRICS-Staaten stellen zusammen etwa 44 Prozent der Weltbevölkerung. Zuletzt erwirtschaften sie rund ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung. 2040 könnte ihr Anteil an der Weltwirtschaft schon bei 40 Prozent liegen.

wa/haz (afp, dpa)

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